Nach Havarie Suezkanal wieder frei

| Aktualisiert am 29.03.2021Autor / Redakteur: dpa / Tanja Schmitt

Das vor knapp einer Woche auf Grund gelaufene Containerschiff „Ever Given“ ist geborgen und die Wasserstraße wieder frei. Für viele Schiffe heißt es dennoch: warten.

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Die „Ever Given“ ist vollständig freigelegt. Im Bild: Das Schiff im „Amazonehaven“, einem Teil des Rotterdamer Hafens.
Die „Ever Given“ ist vollständig freigelegt. Im Bild: Das Schiff im „Amazonehaven“, einem Teil des Rotterdamer Hafens.
(Bild: EVER GIVEN / kees torn / CC BY-SA 2.0)

Das Containerschiff „Ever Given“ ist im Suezkanal vollständig freigelegt worden. Das Schiff sei am Nachmittag (29. März) flott gemacht worden und der Kanal wieder frei, teilte das Bergungsunternehmen Boskalis am Montag mit. Die niederländische Firma hatte Ägypten bei der Bergung unterstützt. Für die Freilegung des Frachters wurden demnach rund 30.000 Kubikmeter Sand weggebaggert. Auch der Kanaldienstanbieter Leth Agencies berichtete von der erfolgreichen Bergung.

Trotz des Endes der Blockade könne es noch sechs Tage oder länger dauern, bis die gesamte Warteschlange abgelaufen ist, hieß es von der dänischen Reederei Maersk. Der Kanalbehörde zufolge warteten zuletzt rund 370 Schiffe auf beiden Seiten des Kanals auf Durchfahrt. Der Finanznachrichtendienst Bloomberg berichtete am Montag von 450 Schiffen im Stau. Mehrere Reedereien hatten bereits begonnen, ihre Schiffe über das Kap der Guten Hoffnung in Afrika zu schicken.

Unfallursache noch unklar

Wann die „Ever Given“ ihre Fahrt in nördlicher Richtung auf dem Weg nach Rotterdam im Kanal fortsetzen kann, war zunächst unklar. Laut Admiral Rabi, Vorsitzender der Kanalbehörde, soll das Containerschiff zunächst am Großen Bittersee am nördlichen Ende des Suezkanals untersucht werden.

Zudem sollen Ermittlungen die Ursache für den Unfall klären. Der Frachter war am Dienstag auf Grund gelaufen. Bagger und Schlepper hatten tagelang versucht, das 400 Meter lange Schiff freizulegen.

Autoindustrie und Maschinenbau besonders betroffen

Von der Blockade waren in Deutschland insbesondere die Chemie- und Autoindustrie sowie der Maschinen- und Anlagenbau betroffen. Die Branchen bekommen Bestandteile für ihre Produktion aus Asien. Diese werden durch den Suezkanal transportiert, hieß es aus dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag. Unternehmen planen demnach bei Seetransporten zwar zwei bis fünf Tage als Puffer ein. Bei einer längeren Sperrung drohe aber zeitweise ein Stillstand der Produktion.

Suezkanal: Die kürzeste Route zwischen Asien und Europa

Der Suezkanal verbindet das Mittelmeer mit dem Roten Meer und bietet damit den kürzesten Schifffahrtsweg zwischen Asien und Europa. 2020 durchfuhren nach Angaben der Suezkanal-Behörde fast 19.000 Schiffe die Wasserstraße. Durch die Blockade gingen dem Kanal bisher täglich Einnahmen von rund 13 bis 14 Millionen Dollar verloren.

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