Veranstaltung Messe Techtextil: Materialien und smarte Funktionen für die Autobranche

Von Claus-Peter Köth

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Lassen sich Klimaanlage und Medien im Auto bald über textile Oberflächen auf der Mittelkonsole steuern? Die Technik dazu zeigen Unternehmen auf der Techtextil.

Stickgewebe soll die touch-basierte und berührungslose Steuerfunktion smarter Textilien auch für Autoinnenräume demonstrieren.
Stickgewebe soll die touch-basierte und berührungslose Steuerfunktion smarter Textilien auch für Autoinnenräume demonstrieren.
(Bild: Ettlin)

„Seit Infineon im Jahr 2002 einen MP3-Player in die Kleidung integrierte, hat sich bei der Funktionalisierung von Textilien sehr viel getan“, sagt Richard Müller, Entwicklungsleiter der Ettlin AG im baden-württembergischen Ettlingen. Vieles von dem, was damals undenkbar schien, sei heute technologisch umsetzbar – auch für den Einsatz im Auto. Ettlin hat nach eigenen Angaben bereits smart-textile Showcar-Projekte mit großen Automobilherstellern aus Deutschland und Asien umgesetzt.

Auf der Techtextil 2022 will das Unternehmen unter anderem ein neuartiges Stickgewebe mit interaktiver Elektronik zeigen. Die Messe findet statt vom 21. bis 24. Juni 2022 in Frankfurt am Main.

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Touch-textile Steuerung im Auto

„Textilien sind im Auto seit jeher Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine, da ist es nur naheliegend, dass sie auch smarte Funktionen übernehmen“, erklärt Müller. Er sieht bei Automobilherstellern ein wachsendes Interesse an smarten Textilien: „Entwickler, Designer, Konstrukteure und Einkäufer namhafter Authersteller gehören inzwischen zu häufigen Besuchern an unserem Messestand.“ Zwar seien während der Corona-Pandemie viele Projekte pausiert worden, doch Müller zeigt sich überzeugt, dass in den nächsten Jahren neue smart-textile Funktionen im Auto auftauchen werden.

Nachhaltige Beschichtung aus Zuckerrohr für den Innenraum

Ob Mittelkonsole, Sitzbezug oder Fußmatte: Kommen Textilien im Auto zum Einsatz, sind sie in der Regel beschichtet. Hersteller von Beschichtungen und Textilveredler zeigen auf der Techtextil Neuheiten aus diesem Bereich. Darunter die Carl Meiser GmbH aus Albstadt in Baden-Württemberg. Das Unternehmen beschichtet im Auftrag von Zulieferern textile Materialien und Kunstleder für Sitze, Türverkleidungen und Kopfstützen. „Unsere Produkte stecken in den Fahrzeugen vieler Premiumhersteller“, sagt Geschäftsführer Jens Meiser.

Auf der Techtextil stelle das Unternehmen unter anderem eine Beschichtung auf Zuckerrohr-Basis vor. Die mit Zulieferern entwickelte Neuheit soll laut Meiser bis zu 50 Prozent klassische Beschichtungen ersetzen können. „Die Herausforderung bei der Entwicklung besteht vor allem darin, das gleiche Eigenschaftsprofil wie mit petrochemisch basierten Produkten zu erreichen“, sagt Meiser. So müsse auch eine Beschichtung auf pflanzlicher Basis in Sachen Hydrolyse- und Alterungsbeständigkeit so zuverlässig sein wie herkömmliche Alternativen.

Aktuell werde die „grüne“ Beschichtung in unterschiedlichen Kombinationen mit klassischen Beschichtungen in Prototypen verschiedener Autohersteller getestet. „Unser Ziel ist die Serie“, sagt Meiser. Zumal das Interesse an nachhaltigen textilen Materialien aufgrund zunehmender Umweltschutz- und Nachhaltigkeitsforderungen deutlich zugenommen habe.

Recycelbarer Unterboden aus PET

Aussteller Freudenberg Performance Materials aus Weinheim stellt auf der Techtextil vor allem den nachhaltigen Leichtbau in den Mittelpunkt. „Immer strengere Abgasgrenzwerte in vielen internationalen Automärkten und die zunehmende Elektrifizierung des Verkehrs zwingen Hersteller, ihre Flotten abzuspecken“, sagt Angela Weik, Strategic R&D Manager bei Freudenberg. Das Unternehmen präsentiert deshalb in Frankfurt/Main unter anderem einen sortenreinen Polyester-Vliesstoff mit geprägter Oberfläche für Gepäckraumabdeckungen – laut Freudenberg „eine der leichtesten Lösungen auf dem Markt“.

Auch eine neue Unterbodenverkleidung aus PET wird gezeigt. Sie soll pro Quadratmeter 700 Gramm leichter sein als ein vergleichbares Bauteil aus Spritzguss. Laut Weik beweise Freudenberg damit, dass Fahrzeugkomponenten einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten können. So bestünden die Unterbodenverkleidungen für Pkw von Freudenberg zu 100 Prozent aus PET-Fasern mit einem Recyclinganteil von 50 Prozent. Am Ende seiner Nutzungsdauer lasse sich der Unterboden vollständig recyceln.

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