Suchen

IAA 2011 Tennecos schlaue Dämpfer

| Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Elektronisch gesteuerte Dämpfer, hydraulisch vernetzte Federbeine, aktive Wank- und Niveauregulierungen: Das Fahrwerk erhält immer mehr Zusatzfunktionen, die Fahrverhalten und Sicherheit verbessern sollen. Einer der wichtigsten Treiber auf diesem Gebiet ist der US-amerikanische Zulieferer Tenneco.

Firmen zum Thema

Mit seinem elektronischen Dämpfersystem CES (Continuously Controlled Electronic Suspension) ist er bereits seit Jahren bei Herstellern wie Mercedes-Benz, Audi, Volkswagen, Ford und Volvo vertreten. Unter dem Namen „Kinetic“ vermarktet das Unternehmen zudem ein System zur Wankstabilisierung, das die vier Stoßdämpfer hydraulisch miteinander vernetzt.

Semiaktives Dämpfungssystem

Nun hat Tenneco die beiden Produkte miteinander kombiniert. Das semiaktive Dämpfungssystem Kinetic H2/CES ist seit Kurzem im britischen Supersportwagen McLaren MP 4-12 C im Serieneinsatz. In diesem Konzept ersetzen hydraulische Aktoren die herkömmlichen Dämpfer sowie den Stabilisator.

Jeder dieser Aktoren besitzt einen elektronisch geregelten Dämpfereinsatz. Bei Kurvenfahrt entsteht zwischen den hydraulisch miteinander verbundenen Bauteilen ein Druckunterschied, der ein Rollmoment erzeugt. Dieses wirkt den Wankbewegungen des Fahrzeugs entgegen. Die Stärke dieses Moments lässt sich elektronisch beeinflussen. Bei Geradeausfahrt, wenn die Wankstabilisierung nicht gebraucht wird, öffnen sich sogenannte Komfortventile, die den Fahrkomfort verbessern.

Vollaktiv und trotzdem kompakt

Ein ganz neues Produkt ist das vollaktive Dämpfungssystem Acocar, das Tenneco für Luxusfahrzeuge entwickelt hat. Es soll 2015 in Serienproduktion gehen. Acocar variiert sowohl die Dämpfer- als auch die Federrate und soll damit Komfort und Fahrdynamik auf hohem Niveau vereinen. Gleichzeitig verspricht Tenneco einen geringeren Energieverbrauch als bei herkömmlichen aktiven Fahrwerken.

Acocar basiert ebenfalls auf den elektronisch verstellbaren CES-Dämpferventilen, besitzt aber eine zusätzliche Hydraulikpumpe. Der von ihr erzeugte Volumenstrom von einem bis acht Litern in der Minute hält das Fahrzeugniveau konstant und soll auch auf schlechten Straßen Fahrkomfort und -stabilität sicherstellen.

Laut Tenneco ist Acocar leichter und kompakter als heute erhältliche aktive Fahrwerke. Angeblich wiegt es auch nicht mehr als eine konventionelle Federung mit Tragfeder und Dämpfer. Damit soll es sich nicht nur für herkömmliche Fahrzeuge eignen, sondern auch für Hybrid- und Elektroautos.

Tenneco auf der IAA: Halle 5.1, Stand A16

(ID:380866)