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Elektromobilität Tesla plant erstes Produktionswerk in China

| Autor / Redakteur: Christoph Seyerlein / Jens Scheiner

Tesla steht kurz vor einer Einigung mit der Stadt Shanghai über den Bau eines Werkes. Der Automobilhersteller bekäme so einen besseren Zugang zum weltgrößten Automarkt.

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Tesla will in Shanghai ein Werk errichten.
Tesla will in Shanghai ein Werk errichten.
(Bild: Tesla)

Tesla steht kurz vor einer Vereinbarung mit der Stadtverwaltung von Shanghai für den Bau eines Werkes. Das vermeldet der Nachrichtendienst „Bloomberg“ und beruft sich dabei auf „mit der Sache vertraute Personen“. Demnach sei eine Einigung noch in dieser Woche denkbar. Tesla will durch einen eigenen Produktionsstandort einen besseren Zugang zum größten Automarkt der Welt erhalten.

Tesla hatte vergangenes Jahr im Reich der Mitte mit mehr als einer Milliarde Dollar Umsatz mehr als dreimal so viel Umsatz erwirtschaftet als noch im Jahr 2015. Bislang müssen Kunden in China aber auf jedes importierte Tesla-Modell 25 Prozent Aufschlag für Zölle und Steuern bezahlen. Diese Zusatzkosten würden wegfallen, sollten die Fahrzeuge im Land entstehen. Allerdings benötigt Tesla nach den Regeln in China mindestens einen einheimischen Joint-Venture-Partner, um Autos vor Ort zu bauen. Tesla machte gegenüber Bloomberg dazu keine Angaben.

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E-Auto-Quote doch schon 2018?

Die Pläne für ein Werk in China kommen zu einem günstigen Zeitpunkt: Die chinesische Regierung in Peking denkt schon länger über eine Elektroautoquote nach. Aktuell ist allerdings unklar, wann und in welchem Ausmaß dies geschehen soll. Gegen den ursprünglichen Plan, bereits 2018 eine Regelung einzuführen, hatte die deutsche Bundesregierung vor einigen Wochen – nach Aussagen von Außenminister Sigmar Gabriel erfolgreich – interveniert. Demnach hätten die Regierungen vereinbart, den Start der Quote um mindestens ein Jahr nach hinten zu verschieben.

Der jüngste Verordnungsentwurf lässt daran allerdings Zweifel aufkommen. Darin heißt es nach wie vor, dass Elektroautos bereits im kommenden Jahr acht Prozent, in den beiden Folgejahren dann zehn und zwölf Prozent vom Absatz mit Pkw mit Verbrennungsmotor ausmachen sollen. VW, Daimler und BMW könnte das in arge Nöte bringen: China ist für das Herstellertrio ein äußerst wichtiger Markt, mit ihrem derzeitigen Absatz-Mix sind sie aber weit davon entfernt, die geplanten Vorgaben erfüllen zu können.

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