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NE-Metalle Teuer trotz Preisrückgang

| Redakteur: Bernd Otterbach

NE-Metalle haben als Spekulationsobjekte an Gewicht verloren. Dafür spricht, dass derzeit am Rohstoffmarkt die Preise für Aluminium, Kupfer, Zink und Nickel zum Teil deutlich unterhalb der Höchstwerte der letzten beiden Jahre liegen.

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Dennoch werden sie das einst niedrige Niveau vorerst nicht erreichen, sagte Dr. Heinz-Jügren Büchner von der IKB Deutsche Industriebank AG, Düsseldorf. Dr. Büchner, der bei der IKB für die Bereiche Volkswirtschaft und Research verantwortlich ist, stützte sich bei der Euroforum-Konferenz NE-Metallmärkte auf die jüngste IKB-Marktanalyse zu NE-Metallen. Danach werden sich die Preise bis Mitte dieses Jahres – börsensprachlich – mehr „seitlich“ bewegen.

Auf der Konferenz des Veranstalters Euroforum wurde über die Auswirkungen der Preisentwicklung diskutiert. Dabei herrschte Einigkeit unter den NE-Metallerzeugern, dass in Deutschland das hohe Niveau der vergangenen Jahre zur Standortsicherung beigetragen hat: „Wären die Preise bei Zink nicht gestiegen, würde ich jetzt sicherlich nicht mit ihnen diskutieren“, folgerte Dr. Rainer Menge, Geschäftsführer der Xstrata Zink GmbH, Nordham.

Hohe Energiekosten belasten Erzeuger von NE-Metallen

Der Grund dafür liegt in den enorm gestiegenen Energiekosten. Auf sie entfällt beim Erzeugen wichtiger NE-Metalle der größte direkte Kostenblock. Er macht bei Zink derzeit knapp 40% der Erzeugungskosten aus. Bei der Aluminiumerzeugung hat die Energieverteuerung in den letzten beiden Jahren wesentlich zur Kostenverdoppelung im Vergleich zu 2005 beigetragen.

Die Folge davon ist: Die Gefahr der Standortverlagerung steigt. So entsteht im arabischen Raum bereits eine Aluminiumindustrie. „Werden dort alle Projekte realisiert, dürften in Zukunft 12 bis 14% des Leichtmetalls aus dieser Region kommen“, rechnete Ilias Papadopoulos, der bei der Trimet Aluminium AG, Düsseldorf, als Vorstand für den Bereich Metals & Energy verantwortlich ist, aus.

Versorgung mit NE-Metallen könnte schwieriger werden

Diese Entwicklung wird sicherlich die NE-Metallversorgung nicht vereinfachen. So rechnete Papadopoulos vor, dass die Versorgungslücke in Europa bis 2010 größer wird. Sie muss mit steigenden Importen geschlossen werden.

Weil jedoch weiterhin weltweit mit einer steigenden Nachfrage bei Aluminium zu rechnen ist, dürfte das nicht einfacher werden. Daher hielt man es auf der Euroforum-Konferenz für nicht ausgeschlossen, dass sich dann die Standortverlagerung nicht nur auf die energieintensive NE-Metallerzeugung beschränkt, sondern auch die Verarbeitungsbranche erfasst.

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