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Zulieferer Thyssenkrupp errichtet Lenkungswerk in China

Redakteur: Christian Otto

Thyssenkrupp vermeldet in China sehr gute Geschäftszahlen. Jetzt entsteht im Land ein neuer Standort, um die dortigen OEM-Kunden noch besser zu bedienen.

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Das Werk von Thyssenkrupp für Lenkungskomponenten soll im chinesischen Changzhou entstehen.
Das Werk von Thyssenkrupp für Lenkungskomponenten soll im chinesischen Changzhou entstehen.
(Bild: Thyssenkrupp)

Thyssenkrupp errichtet derzeit in der chinesischen Stadt Changzhou einen der weltweit größten Standorte für Lenkungstechnik. Auf rund 150.000 Quadratmetern Fläche entsteht ein hochautomatisierter Fertigungsstandort für Lenkungskomponenten und komplette elektrische Lenksysteme – die ab dem kommenden Jahr an Automobilhersteller in China gehen. Dafür investiert das Unternehmen in einer ersten Ausbauphase rund 200 Millionen Euro. Das Produktionsvolumen soll jährlich durchschnittlich rund vier Millionen elektrisch unterstütze Lenksysteme umfassen. Durch das neue Werk entstehen in den kommenden Jahren rund 800 neue Arbeitsplätze.

Produktionsknotenpunkt

Dr. Karsten Kroos, CEO der Komponentensparte des Thyssenkrupp-Konzerns, erklärt den Schritt: „Wir bieten unseren Kunden die komplette Bandbreite elektrischer Lenksysteme an – für leichte Pkw, Limousinen und SUV bis hin zu Transportern und Vans. In diesem und dem vergangenen Geschäftsjahr haben wir allein für diese Aufträge rund acht Milliarden Euro Gesamtumsatz erzielt. Darauf basierend haben wir in den vergangenen Monaten unser Produktionsnetzwerk in Nordamerika, Europa und Asien weiter ausgebaut. Der neue Standort in Changzhou wird der zentrale Produktionsknotenpunkt unserer Lenkungsaktivitäten in China.“ Insgesamt hat der Konzern in den vergangenen drei Geschäftsjahren rund 300 Millionen Euro in den Ausbau der Werksinfrastruktur seines Komponentengeschäfts in China investiert. Die Sparte beliefert weltweit die Auto-, Bau- und Windindustrie mit ihren Produkten und betreibt allein in China derzeit elf Fertigungsstandorte. Im Geschäftsjahr 2015/16 erzielte Thyssenkrupp laut eigener Angaben in China einen Umsatz von rund drei Milliarden Euro. Rund ein Drittel davon entfiel auf die Komponentensparte des Konzerns. Dabei spielen Aufträge von chinesischen Automobilherstellern eine immer wichtigere Rolle.

Chinesische OEMs im Fokus

„Neben den großen internationalen OEM beliefern wir auch mehr und mehr chinesische Autohersteller mit unseren Komponenten. Allein im Lenkungsgeschäft haben wir unser Kundenportfolio an rein chinesischen Herstellern in den letzten Monaten mehr als verdoppelt.“, so Kroos. Dabei setze Thyssenkrupp verstärkt auf die vollständige Digitalisierung der Produktionsstandorte. So findet auch in dem neuen Werk in Changzhou ein permanenter automatisierter Informationsaustausch zwischen dem Produkt, den Bearbeitungsmaschinen und der zentralen Prozesssteuerung statt. Durch die gezielte Digitalisierung der Wertschöpfungsstufen und die Auswertung großer Datenmengen aus den Produktionsprozessen will der Zulieferer die Produktivität und die Qualität der Produkte verbessern.

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