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Wirtschaft Thyssenkrupp verkauft brasilianisches Stahlwerk

| Redakteur: Wolfgang Sievernich

Für 1,5 Milliarden Euro hat Thyssenkrupp sein Stahlwerk in Brasilien an den Wettbewerber Ternium verkauft. Hohe Anlaufverluste machten das Werk schon frühzeitig unrentabel.

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Für 1,5 Milliarden Euro hat Thyssenkrupp sein brasilianisches Stahlwerk verkauft.
Für 1,5 Milliarden Euro hat Thyssenkrupp sein brasilianisches Stahlwerk verkauft.
(Bild: ThyssenKrupp/João L. Anjos)

Thyssenkrupp hat sein defizitäres Stahlwerk in Brasilien für 1,5 Milliarden Euro an den Wettbewerber Ternium verkauft. Erst im Jahr 2005 hatte das Unternehmen entschieden, auf dem südamerikanischen Markt aktiv zu werden. Ursprüngliche Planungen sahen vor, in Brasilien zu niedrigen Kosten Stahlbrammen zu erzeugen und diese in den USA und Europa weiterzuverarbeiten und zu vermarkten. Neben einem deutlichen Anstieg der Baukosten für die Anlagen in Siderúrgica do Atlântico (CSA) in Brasilien und im US-Bundesstaat Alabama, sorgten auch technische Probleme beim Hochfahren für frühzeitige wirtschaftliche Verluste.

Zweistellige Milliardenverluste

Bereits kurz nach dem Amtsantritt des Thyssenkrupp-Vorstandsvorsitzenden Heinrich Hiesingers im Jahr 2011 wurden die verlustreichen Werke einer intensiven wirtschaftlichen Prüfung unterzogen. „Wir haben festgestellt, dass ein integrierter Verbund beider Werke strategisch nicht mehr sinnvoll war. Denn die ökonomischen Rahmenbedingungen hatten sich zu stark verändert. Deshalb haben wir im Zuge der Neuausrichtung von Thyssenkrupp die notwendigen und richtigen Schlüsse gezogen und beschlossen, beide Werke zu verkaufen“, sagt Hiesinger. Bis heute hat der Konzern für den Geschäftsbereich „Steel Americas“ über zwölf Milliarden Euro für Investitionen und Anlaufverluste ausgegeben. Auch nach Abzug der Verkaufserlöse für die Werke in den USA und Brasilien und der Finanzierungsbeteiligung des brasilianischen Erzgiganten Vale bleibt unter dem Strich ein Verlust von rund acht Milliarden Euro übrig. Die Auswirkungen seien bis heute in der Bilanz sichtbar. Das Weiterverarbeitungswerk in Alabama konnte bereits im Jahr 2014 an ein Konsortium aus Arcelor Mittal und Nippon Steel veräußert werden.

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