Suchen

Plattformen Tops und Flops

| Redakteur: Bernd Otterbach

Wie sich die Top Twenty der OEM-Plattformen des Jahres 2007 entwickelt haben – und wohin sich ihre Stückzahlen bis 2010 bewegen werden. Eine Prognose.

Firma zum Thema

Ein Blick zurück: Weniger als die Hälfte der zwanzig größten Plattformen im Jahr 2007 war Anfang des Jahrzehnts schon in Produktion. Sieben von ihnen werden weiter wachsen, die Mehrheit bleibt entweder auf konstantem Niveau oder fällt ab.Die Stückzahlen der 20 wichtigsten Plattformen - Produktionsprognosen bis 2010 (http://www.automobil-industrie.vogel.de/fileserver/vogelonline/files/969.pdf)

Logan-Wachstum schiebt B-Plattform an

Besonders kräftig wachsen die Renault/Nissan-B-Plattform und die Toyota-MC-Plattform. Bei Renault/Nissan wachsen nicht zuletzt die Volumina der Logan-Typen und -Derivate, aber auch im Clio und in Spinoffs wie dem XM11-Projekt, einem Nissan-Crossover, steckt enormes Potenzial. Toyota wiederum spreizt die MC-Plattform vom Scion tC über die Hybrid-Limousine Prius bis hin zu verschiedenen Lexus-Modellen weit auf. 2010 wird die MC-Architektur die 3-Millionen-Grenze knacken. Davon werden nach Prognose von Global Insight über 250.000 Einheiten allein auf den Prius entfallen.

199-Plattform legt dank Fiat-Töchter zu

Kräftig wachsen wird auch noch die GM/Fiat-Plattform 199. Hier laufen zahlreiche Modelle, wie die kleinen, bei Tofas gefertigten Transporter, erst an. Außerdem bewegt sich Alfa Romeo in das kompakte Segment, und von Lancia werden gleich drei Typen auf der Plattform erwartet. Opel bleibt allerdings beim Corsa. Weitere Derivate wird es vermutlich nicht geben. Das mag auch damit zu tun haben, dass die Trennung von GM und Fiat im Frühjahr 2005 für die Amerikaner eher unerfreulich ablief. Fiat kassierte 1,55 Milliarden Euro dafür, dass man GM aus einer Put-Option entließ.

Alto-Plattform im Sinklug

Zu den Plattformen, die sich im Sinkflug befinden, zählen die veralteten Suzuki Carry- und Alto-Plattformen, aber auch die Ford-Fiesta-Plattform B256 und die Hyundai-Plattform Y3. Hier existieren teilweise schon Nachfolgemodelle, die heute noch starken Plattformen laufen aus.

Trend zur Nische

Der seit Jahren anhaltende Trend zur Nische könnte in den nächsten Jahren dazu führen, dass neue Modelle kommen, die auf keiner der existierenden Plattformen aufbauen oder sie nur teilweise nutzen. In Japan gibt es schon heute Karosserievarianten, die nur in wenigen zehntausend Exemplaren gefertigt werden.

In Europa wird es jedoch über das Design hinaus Unterschiede geben müssen, um Kunden von neuen Baumustern zu überzeugen. Das könnte auch eine Chance für Auftragsfertiger wie Karmann, Magna Steyr oder Valmet bedeuten, die nach neuen Geschäftsmodellen suchen, um ihre Fertigungskapazitäten besser bzw. überhaupt ausnutzen zu können.

Fest steht: Die Plattformen werden zu Architekturen und damit flexibler. Es bleibt spannend.

(ID:257762)