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Prognose Toyota bleibt größter Hersteller vor VW

| Redakteur: Gerd Steiler

Laut CAM-Prognose behauptet der japanische Automobilhersteller mit weltweit rund 10,25 Millionen verkauften Pkw im Gesamtjahr 2014 nochmals knapp seine Führungsposition vor dem Volkswagen-Konzern.

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Die größte Dynamik im jetzt zu Ende gehenden Jahr entfaltete der Hyundai-Kia-Konzern.
Die größte Dynamik im jetzt zu Ende gehenden Jahr entfaltete der Hyundai-Kia-Konzern.
(Foto: Kia)

Der Kampf um die Absatzkrone der globalen Pkw-Hersteller zwischen Volkswagen und Toyota bleibt spannend bis auf die Ziellinie: Einer aktuellen Prognose des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch-Gladbach zufolge wird Volkswagen im Gesamtjahr 2014 mit 9,95 Millionen verkauften Pkw (+ 4,4 %) knapp hinter Toyota mit 10,25 Millionen verkauften Einheiten (+ 0,6 %) liegen. Inklusive der schweren Nutzfahrzeuge von MAN/Scania werde Volkswagen das selbstgesteckte Ziel von über 10 Millionen verkauften Fahrzeugen jedoch erfüllen, heißt es. GM dürfte laut CAM Prognose auf einen Absatz von 9,85 Millionen Autos kommen (+ 1,4 %) und damit erstmals seit dem Aufstieg zum Weltmarktführer im Jahr 1931 nur auf Rang drei der weltgrößten Autoproduzenten landen.

Die größte Dynamik im jetzt zu Ende gehenden Jahr entfaltete laut CAM-Mitteilung allerdings der Hyundai-Kia-Konzern, der laut Prognose in diesem Jahr erstmals mehr als 8 Millionen Pkw (+ 5,8 %) verkaufen wird.Dagegen stagniere Ford mit einem weltweiten Absatz von 6,3 Millionen Pkw (- 0,5 %). Insgesamt erwarten die CAM-Experten für das Jahr 2014 ein globales Absatzvolumen von rund 75 Millionen Pkw. Dies wäre ein Plus von rund 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Toyota verdient am meisten

Die finanzielle Performance der fünf größten globalen Automobilhersteller zeigt laut CAM-Studie nach neun Monaten ein gemischtes Bild. Großverdiener auf Konzernebene sind hier ebenfalls Toyota und Volkswagen, die nach drei Kalenderquartalen umgerechnet rund 12,9 Milliarden Euro bzw. 9,4 Milliarden Euro als Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) ausweisen. Hyundai kommt auf 5,6 Milliarden Euro. Dagegen brechen die Gewinne von General Motors den CAM-Schätzungen zufolge vor allem wegen des Rückruf-Debakels und Verlusten in Europa um über ein Drittel auf etwa 3,2 Milliarden Euro ein. Auch bei Ford sänken die Gewinne unter anderem aufgrund hoher Entwicklungskosten für neue Modelle um rund 30 Prozent auf etwa 3,9 Milliarden Euro.

Auch bei den Ebit-Margen der globalen Hersteller stellt die CAM-Studie fürs Jahr 2014 eklatante Unterschiede fest. Demnach erreichen die Volumenhersteller Toyota und Hyundai immer noch hohe Konzernrenditen von 9,2 bzw. 7,7 Prozent – jedoch mit weiter sinkender Tendenz. Volkswagen profitiert laut CAM-Prognose von seinen margenstarken Luxus- und Premium-Töchtern (Audi, Porsche, Bentley, Bugatti, Lamborghini) und kommt auf eine Ebit-Marge von 6,4 Prozent nach 5,9 Prozent im Vorjahr. Stark rückläufig seien nach drei Quartalen die Gewinnmargen bei Ford mit 4,8 Prozent und GM mit 3,6 Prozent.

CAM sieht schwieriges Jahr 2015

Fürs Jahr 2015 sieht die CAM-Studie zunehmend Wolken am Automobilhimmel aufziehen. Insbesondere die wirtschaftlichen Probleme in Südamerika belasteten die weltweite Automobilkonjunktur. In Europa drückten zudem die bislang noch nicht absehbaren Folgen der Russland/Ukraine-Krise sowie die ungelösten Strukturprobleme in wichtigen EU-Ländern wie Frankreich und Italien die Stimmung der Automobilindustrie. Außerdem hänge die weitere Nachfrageentwicklung im wichtigsten Wachstumsmarkt China, der jüngst eine deutliche Abschwächung erfahren hat, wie ein Damoklesschwert über der gesamten Branche.

Zur Studie: Das Center of Automotive Management (CAM) untersucht seit dem Jahr 2004 die Performance der globalen Automobilhersteller. Auf Basis von Geschäftsberichten sowie Markt- und Innovationskennzahlen analysiert CAM die „finanzielle, marktbasierte und innovationsbasierte“ Leistungskraft der Automobilhersteller und veröffentlicht sie in den quartalsmäßig erscheinenden Automotive-Performance-Studien.

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