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Wirtschaft Traton rechnet wegen der Coronakrise mit deutlichen Einbußen

| Autor/ Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

Eine genaue Prognose für das laufende Jahr traut sich der Lkw- und Bushersteller Traton aufgrund der Corona-Krise nicht zu. Klar ist aber: Die Pandemie wird auch die Volkswagen-Tochter schwer belasten.

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Traton-Chef Andreas Renschler sieht schwierige Zeiten auf das Unternehmen zukommen.
Traton-Chef Andreas Renschler sieht schwierige Zeiten auf das Unternehmen zukommen.
(Bild: Traton)

Der Lkw- und Bushersteller Traton rechnet angesichts der Coronakrise im laufenden Jahr mit deutlichen Einbußen bei der Geschäftsentwicklung. Aufgrund der weltweit rasant voranschreitenden Ausbreitung der Covid-19-Pandemie und wegen der staatlichen Krisenmaßnahmen sei derzeit eine gesicherte Abschätzung über den Verlauf der Geschäftsentwicklung im Jahr 2020 nicht möglich, teilte die VW-Tochter am Montag in München mit. Die im neuen Geschäftsbericht enthaltene Prognose basiere auf den Erkenntnissen zu einem früheren Zeitpunkt und sei daher nicht länger gültig.

Traton habe mit umfangreichen Maßnahmen auf die Krise reagiert, hieß es. Dazu gehöre auch die Sicherung der Liquidität des Unternehmens. Bei den Marken Scania und MAN gibt es in Europa Produktionsunterbrechungen, bei MAN wurde zudem für Deutschland Kurzarbeit beantragt.

Nutzfahrzeugindustrie: Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Medikamenten

Die Produktion bei der brasilianischen Marke Volkswagen Caminhões e Ônibus läuft derweil weiter. „In der aktuellen Krise kommt der Nutzfahrzeugindustrie bei der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Medikamenten eine bedeutende Rolle zu“, sagte Traton-Chef und VW-Nutzfahrzeugvorstand Andreas Renschler.

Im Jahr 2019 wuchs der Umsatz bei Traton im Jahresvergleich 4 Prozent auf 26,9 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte um 25 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro zu. Die operative Marge kletterte so von 5,8 auf 7,0 Prozent. Die Zahlen waren im Wesentlichen bekannt, seit der VW-Konzern vergangene Woche bereits die Bücher geöffnet hatte.

Navistar-Übernahme „nicht um jeden Preis"

Die Märkte für schwere Nutzfahrzeuge befanden sich auch ohne den Ausbruch der Covid-19-Pandemie bereits auf dem absteigenden Ast, vor allem in Europa und Nordamerika. Für Traton ist Europa der mit Abstand wichtigste Markt, jüngst hatte VW aber ein Angebot für die Komplettübernahme des US-Truckherstellers Navistar vorgelegt, für dessen restliche Anteile die Wolfsburger 35 US-Dollar je Aktie auf den Tisch legen, insgesamt umgerechnet rund 2,7 Milliarden Euro. Vor dem Wochenende kostete die Navistar-Aktie noch gut 17 Dollar.

VW-Finanzchef Frank Witter sagte vergangene Woche bei der Bilanzvorlage, der Konzern werde die Übernahme nicht „um jeden Preis" durchziehen.der Konzern werde die Übernahme nicht „um jeden Preis" durchziehen.

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