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SaarGummi Trennung vom Industriegeschäft

| Redakteur: Bernd Otterbach

Der Dichtungsspezialist SaarGummi will sich von seinem Industriegeschäft trennen und sich aufs Auto konzentrieren. Zudem soll ein Teil der Produktion ins Ausland verlagert werden.

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Um die Restrukturierung zu unterstützen hat das Saarland eine Bürgschaft in Höhe von 17 Millionen Euro bereitgestellt. Der saarländische Wirtschaftsminister Christoph Hartmann erklärte bei einem Besuch im Hauptwerk Büschfeld, dass die Bürgschaften Teil eines Gesamtkonzeptes seien. „Damit wollen wir den Standort von SaarGummi nachhaltig sichern.“

178 Arbeitsplätze betroffen

Weiterer wesentlicher Punkt des Gesamtkonzepts ist die Verlagerung Verlust bringender Produkte aus Büschfeld zu ausländischen Tochterunternehmen. Davon sind nach vorläufiger Planung insgesamt 178 Arbeitsplätze betroffen. Für sie haben Geschäftsleitung und Betriebsrat jetzt gemeinsam einen Rahmensozialplan verabschiedet.

Darüber hinaus will sich SaarGummi auf sein Kerngeschäft Automotive konzentrieren und seine Industrieaktivitäten verkaufen. Verhandlungen mit geeigneten Investoren zielten darauf ab, dass die Produktion am Standort bleibt und die Arbeitsplätze der betroffenen Mitarbeiter auf die neuen Eigentümer übergehen, teilte SaarGummi am Freitag mit.

„Realistische Chance für eine erfolgreiche Zukunft“

„Die vereinbarten Maßnahmen sind schmerzlich, geben uns aber eine realistische Chance für eine erfolgreiche Zukunft“, erklärte der Geschäftsführungsvorsitzende der SaarGummi-Gruppe, Rolf Zimmermann. „Wir werden unseren begonnen Restrukturierungsprozess konsequent umsetzen.“ Der Rahmensozialplan sieht auch einen Fonds für Härtefälle sowie Qualifizierungsmaßnahmen für Mitarbeiter vor, die ihren Arbeitsplatz verlieren. Für die verbleibenden Mitarbeiter soll im Sommer eine Qualifizierungsoffensive gestartet werden.

Die Unternehmensgruppe produziert in Deutschland, Tschechien, der Slowakei, Spanien, Russland, Indien, Brasilien und den USA. Im Jahr 2009 erzielte SaarGummi weltweit mit etwa 3.300 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 300 Millionen Euro.

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