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ICT Trotz Insolvenzverfahren bekunden Investoren Interesse

| Redakteur: Christian Otto

Der Zulieferer ICT ist insolvent. Trotzdem gibt es gute Sanierungschancen, da verschiedene Investoren bereits frühzeitig ihr Interesse signalisiert hatten. Mit einem eingeleiteten Investorenprozess soll nun ein geeigneter Geldgeber für das Unternehmen gefunden werden.

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Der Zulieferer ICT ist insolvent. Das Unternehmen produziert für Marken wie VW Mittelkonsolen, Kofferraumsysteme, Tür-Innenbetätigungen und dekorativen sowie funktionalen Interieurteile.
Der Zulieferer ICT ist insolvent. Das Unternehmen produziert für Marken wie VW Mittelkonsolen, Kofferraumsysteme, Tür-Innenbetätigungen und dekorativen sowie funktionalen Interieurteile.
(VW)

Das Amtsgericht in Siegen hat das Verfahren des Automobilzulieferers Innovative Components Technologies GmbH (ICT) eröffnet. Rechtsanwalt Stephan Höltershinken aus Minden wurde zum Insolvenzverwalter bestellt. Er war zuvor als vorläufiger Sachwalter im Unternehmen tätig. ICT besitzt Standorte in Wächtersbach und Lennestadt sowie Borja (Spanien) und Tachov (Tschechische Republik). Der Geschäftsbetrieb läuft auch im eröffneten Verfahren an allen Standorten ohne Einschränkungen weiter, zumal die Insolvenz die Werke Borja und Tachov nicht betrifft.

Der Insolvenzverwalter Höltershinken sieht gute Sanierungschancen für ICT und hat deshalb einen Investorenprozess eingeleitet: „Wir haben bereits im vorläufigen Insolvenzverfahren zahlreiche Interessensbekundungen potenzieller Investoren erhalten. Die Interessenten haben nun die Möglichkeit, die Zahlen und Daten von ICT sehr genau zu prüfen.“

Neuaufträge trotz Insolvenz

Laut Höltershinken seien die von der Geschäftsführung eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen eine solide Basis, um das Unternehmen wieder auf gesunde Beine zu stellen. „Der hervorragende Ruf des Automobilzulieferers als Systemlieferant von hochwertigen Kunststoffkomponenten, die gute Auftragslage und das exzellente Know-how sind starke Argumente für eine Investition in das Unternehmen“, unterstrich der Insolvenzverwalter.

Ein positives Signal geht auch von den Kunden und Lieferanten des Zulieferers aus. Sie hätten nach Angaben von Höltershinken in der vorläufigen Insolvenz keine Aufträge zurückgezogen und zum Teil sogar Neuaufträge zugesagt.

Als Systemlieferant fertigt ICT genauso einzelne Kunststoff-Elemente wie auch komplexe Baugruppen. Entwickelt und hergestellt in zertifizierten und auditierten Prozessen, liefert ICT sowohl an die Automobilindustrie (mit dem Fokus auf der Fertigung von Mittelkonsolen, Kofferraumsystemen, Tür-Innenbetätigungen und dekorativen sowie funktionalen Interieurteilen) als auch an andere Branchen. Das Unternehmen verfügt über eine leistungsstarke Entwicklungsabteilung und ist Lösungspartner seiner Kunden. Im Lauf der Firmengeschichte gehörten die Werke von ICT vorübergehend zu internationalen Konzernen. Seit 2012 ist ICT wieder in privater Hand. Das Unternehmen beschäftigt rund 1.300 Mitarbeiter und erzielt Umsatzerlöse von rund 200 Millionen Euro.

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