Automatisiertes Fahren TTTech Auto und Infineon schließen gemeinsames Projekt ab

Redakteur: Marie-Madeleine Aust

Drei Jahre haben rund 60 Partner um Infineon und TTTech Auto zusammengearbeitet, um ein ausfallsicheres Konzept für das automatisierte Fahren der SAE Level 3 und 4 zu konzipieren. Nun ist das Projekt abgeschlossen.

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(Bild: ProMotor/Volz)

TTTech Auto und Infineon Technologies haben Schlüsselkomponenten für eine ausfallsichere Elektronikarchitektur für hochautomatisiertes Fahren der SAE Stufen 3 und 4 entwickelt. Das teilten die Unternehmen in einer aktuellen Pressemitteilung mit. Die Komponenten sollen beispielsweise Sensordaten von Radar, Lidar und Kamera sicher und zuverlässig verarbeiten.

Elektronische Architektur

Das Architekturkonzept und seine Bestandteile sollen für den sicheren Betrieb von Autobahn-Pilotfunktionen, Valet-Parking und autonom fahrenden Lastkraftfahrzeugen sorgen – auch bei Ausfall einzelner Funktionen.

Der gemischt-kritische Ansatz soll es Computerhardware und -Software ermöglichen, die Anwendungen unterschiedlicher Sicherheits-Integritätslevel (ASIL – Automotive Safety Integrity Levels) auszuführen. Ein speziell entwickelter Failover-Mechanismus, bestehend aus einem primären („Doer“-Knotenpunkt) und einem Fallback-Steuergerät („Fallback“-Knoten), soll für die notwendige Ausfallsicherheit der Fahrzeuge sorgen. Fällt der „Doer“ aus, übernimmt der „Fallback“ innerhalb von Millisekunden. Dieser Mechanismus soll die Ausfallfunktionalität des Systems, beispielsweise für Funktionen im Bereich der Sensorfusion, Trajektorienplanung und Objekterkennung, nach SAE Stufen 3 und 4 sicherstellen.

Der Failover-Mechanismus soll für die notwendige Ausfallsicherheit der Fahrzeuge sorgen.
Der Failover-Mechanismus soll für die notwendige Ausfallsicherheit der Fahrzeuge sorgen.
(Bild: TTTech)

Das modulare Konzept soll eine flexible und schnelle Entwicklung von automatisierten Fahrsystemen ermöglichen. Beispielsweise, die Kombination verschiedener Standardelemente wie SoCs (System on a Chip), Automotive-Mikrocontrollern, Netzteilen sowie mehreren Kameras mit dem deterministischen Backbone-Netzwerk.

Abschluss des Projektes

Die gemeinsame Forschung trägt zum Abschluss des europäischen Projekts „PRYSTINE“ (Programmable Systems for Intelligence in Automobiles) bei. Drei Jahre lang arbeiteten rund 60 Partner an dem Ziel, sicheres automatisiertes Fahren durch ausfallsichere urbane Umgebungswahrnehmung zu realisieren. Das Programm wurde mit Fördergeldern in Höhe von 50 Millionen Euro unterstützt.

Im nächsten Schritt wollen beide Unternehmen ihre Zusammenarbeit fortsetzen, um automatisiertes Fahren der Stufen 4 und 5 zu ermöglichen, heißt es in der Mitteilung.

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