Honda Civic Type R

Turbo für die grüne Hölle

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Wie heiß der Ritt durch die Grüne Hölle werden soll, das hat der Fahrer ein Stück weit selbst in der Hand. Denn dort, wo normale Hondas eine Eco-Taste haben, aktiviert man beim Power-Civic den R-Mode: Die Lenkung wird spürbar strammer, der Federweg kürzer, das Gaspedal sensibler – und der Civic wirkt plötzlich so richtig böse. Spätestens dann können Autos wie der Ford Focus RS oder der Golf R endgültig einpacken.

Aber auf seinen potenten Turbo und das stramme Fahrwerk allein wollte Nonaka bei der Mission Nordschleife nicht vertrauen. Zur Kraftkur gibt es deshalb auch einen strengen Diätplan: Anbauteile aus Kunststoff und Kotflügel aus Aluminium sollen das Gewicht drücken. Wie viel der Civic Type R abgespeckt hat, das will der Projektleiter noch nicht verraten. „Aber jedes Kilo zählt.“

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Überhaupt ist Nonaka mit konkreten Angaben noch ein bisschen zurückhaltend. Außer den zwei Litern Hubraum für den Vierzylinder gibt es keine offizielle Zahl. Und die Ankündigung von „mehr als 280 PS“ ist eine höfliche Untertreibung. Auf mindestens 320, vielleicht sogar 340 PS taxieren die Tester in Tokio das neue Kraftpaket und schreiben ihm locker 400 Nm zu. Kein Wunder, dass die improvisierte Handgelenksmessung einen Sprintwert von unter sechs Sekunden ergibt und der Type-R auch weit jenseits von 150 km/h noch giftig am Gas hängt.

Wie schnell der Wagen am Ende fahren wird? Auch das will Nonaka noch nicht verraten. Nur auf die üblichen 250 km/h gibt er nicht viel. „Wenn man Rekorde brechen will, sollte man sich nicht freiwillig selbst beschränken“, sagt er und legt wieder sein süffisantes Lächeln auf.

Und man muss viel Reisen. Nonaka jedenfalls packt in Gedanken schon wieder die Koffer und plant den nächsten Trip in die Eifel. Schließlich hat er noch 18 Monate bis zur Markteinführung. Während die Buchhalter so langsam zu Rechnen beginnen und wohl einen Preis um 35.000 Euro ausknobeln werden, will er die Zeit für den Feinschliff an Fahrwerk und Motor nutzen, damit er bei der Rekordrunde kein Risiko eingeht. Und ganz nebenbei bleibt sicher auch ein bisschen Luft fürs Sprachtraining: „Nohortdschlahhhaifffe“ zum Beispiel könnte Nonaka schon noch ein wenig üben.

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