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Autoliv Tyco-Sparte gekauft

| Redakteur: Bernd Otterbach

Der schwedische Automobilzulieferer Autoliv kauft von Tyco Electronics die Sparte Radarsensoren für Automobile für 42 Millionen US-Dollar.

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Mit der Übernahme will einer der weltweit größten Lieferanten von Radaranwendungen für Kraftfahrzeuge zu werden und die Aktivitäten bei der aktiven Sicherheit weiter ausbauen.

Der Tyco-Geschäftsbereich gilt als einer der marktführenden Lieferanten von Radarsensoren für Kraftfahrzeuge. Es handelt sich um ein Carve-out der Hochfrequenz- und Subsystemsparte von Tyco Electronics. Dieser Geschäftszweig entwickelt und produziert aktive, radarbasierende Sensorsysteme, die in Fahrerassistenzsystemen und Sicherheitsapplikationen zum Einsatz kommen. Zu den Kunden gehören BMW, Chrysler und Daimler. Mit Sitz in Lowell, Massachusetts in den USA und Schweinfurt in Deutschland beschäftigt die Sparte rund 115 Mitarbeiter aus Technik, kaufmännischen Bereichen und Produktion.

Wachstumsmarkt aktive Sicherheit

“Dieser strategische Zukauf ist ein weiterer, bedeutender Schritt bei unserem Engagement im Geschäftszweig Aktive Sicherheit. Damit bieten wir unseren Kunden fortschrittliche, dennoch erschwingliche Technologien und kommen den Sicherheitswünschen des Endverbrauchers nach”, so Jan Carlson, Präsident und CEO von Autoliv. “Da sich der Trend in Richtung kleinere Fahrzeuge bewegt, wird es immer wichtiger werden, Autos zu bauen, die ausgerichtet sind, einen Crash gänzlich zu vermeiden und den Spritverbrauch zu optimieren”, fügt Carlson hinzu.

“Das Tempo dafür könnte angesichts der jüngsten Entwicklungen bei den Spritkosten und den gerade aktualisierten New Car Assessment Programs (NCAP) in Europa und den Vereinigten Staaten durchaus beschleunigt werden. In Europa wurde ein ‚Über NCAP hinaus-Protokoll’ vorgestellt, um den Einsatz von fortschrittlichen Sicherheitssystemen zu forcieren. In den USA wird die NHTSA ab 2009 damit beginnen, Technologien zur Unfallvermeidung in ihre Sterne-Bewertung mit aufzunehmen.“

Kurz-, Mittel- und Langwellen-Radarsysteme

Die Technologien und die Rechte, die die Transaktion beinhaltet, schließen Kurz-, Mittel- und Langwellen-Radarsysteme ein. Sicherheitsanwendungen für Fahrzeuge für diese Technologien sind: Tote-Winkel Erkennung, Spurwechselassistent, adaptiver Tempomat, Reduzierung von Unfallfolgen durch automatisches Bremsen, Sensierung von Seitencrashs sowie Rückwärtsfahr- und Parkassistenzfunktionen.

Autoliv erwartet, dass der neue Geschäftsbereich in den nächsten drei Jahren einen Umsatz von 100 Millionen US-Dollar erreicht und dass der Kauf den Unternehmensgewinn 2008 nicht wesentlich beeinflusst. Für 2009 wird ein positiver Effekt auf die Aktienrendite und eine steigende Umsatzrendite erwartet, Return on Capital wird für 2010 prognostiziert. Das Geschäft soll bis Ende September 2008 abgeschlossen sein; davon ausgehend, dass alle behördlichen Freigaben erteilt wurden.

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