Mobilitätsdienstleister

Uber und Waymo beenden Streit um Roboterautos

| Autor / Redakteur: dpa / Lisa Marie Waschbusch

Der Streit zwischen Uber und Waymo scheint beendet. Waymo hat dem Mobilitätsdienstleister Technologiediebstahl vorgeworfen.
Der Streit zwischen Uber und Waymo scheint beendet. Waymo hat dem Mobilitätsdienstleister Technologiediebstahl vorgeworfen. (Bild: Waymo)

Der Rechtsstreit um einen angeblichen Datenklau zwischen Uber und Google-Schwesterfirma Waymo scheint beendet. Überraschend haben beide Unternehmen vergangene Woche ihren Streit beigelegt – und eine Einigung bekanntgegeben.

Uber und die Google-Schwesterfirma Waymo haben überraschend ihren Streit um den Vorwurf des Diebstahls von Roboterwagen-Technologie beigelegt. Mitten im Prozess in San Francisco gaben die Unternehmen am Freitag (9. Februar) eine Einigung bekannt. Als Teil des Deals bekommt Waymo eine Beteiligung von 0,34 Prozent an dem Fahrdienstvermittler. Nach den Konditionen der Einigung ist der Anteil rund 245 Millionen Dollar wert, weil Uber dabei insgesamt mit 72 Milliarden Dollar bewertet wurde.

Waymo hatte Uber vor einem Jahr verklagt: Über einen ehemaligen Top-Entwickler seien Geschäftsgeheimnisse und Roboterwagen-Technologie zum Fahrdienst-Vermittler gelangt. Der Prozess begann vergangene Woche. Der neue Uber-Chef Dara Khosrowshahi schrieb in einem offenen Brief am Freitag, er glaube zugleich weiterhin nicht, dass seine Firma Waymo-Technologien verwendet habe. Aber es seien Schritte ergriffen worden, damit die selbstfahrenden Autos von Uber nur hauseigene Technologien verwendeten.

Vertrauliche Unterlagen sollen zu Uber gelangt sein

Im Mittelpunkt des Streits stand die Technik der sogenannten Laserradare – der rotierenden Geräte, mit denen die Fahrzeuge ihre Umgebung abtasten. Einer der führenden Spezialisten, der die Technologie zunächst für die Google-Roboterwagen und dann für die neugegründete Schwesterfirma Waymo entwickelte, ist Anthony Levandowski. Er verließ Waymo Anfang 2016 und gründete ein Start-up für selbstfahrende Lastwagen, das wenige Monate später für 680 Millionen Dollar von Uber gekauft wurde. Levandowski wurde danach zum Chef des Roboterwagen-Programms von Uber.

Im Februar 2017 kam aber der Knall: Waymo verklagte Uber und gab an, Levandowski habe vor seinem Abgang 14.000 Dokumente heruntergeladen. Uber bestritt stets, dass die vertraulichen Unterlagen es jemals zum Fahrdienstvermittler geschafft haben. Uber habe Levandowski angewiesen, die Daten zu vernichten, als die Firma davon erfahren habe. Levandowski selbst machte von seinem Recht Gebrauch, die Aussage zu verweigern, um sich nicht selbst zu belasten.

Levandowski kam zu Uber in der Ära des Mitgründers und langjährigen Chefs Travis Kalanick. Der wurde im vergangenen Sommer von Investoren vom Chefposten verdrängt, nachdem Uber Diskriminierung, Sexismus und schlechtes Management vorgeworfen wurden. Khosrowshahi versucht seit Herbst, die Firma in ruhigeres Fahrwasser zu bringen und unter Kalanick entstandene Krisenherde zu löschen.

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