Suchen

Schaeffler/Conti Übernahmeangebot - auch für Manfred Wennemer

| Redakteur: Bernd Otterbach

Die Schaeffler Gruppe hat den Aktionären der Continental AG am Mittwoch offiziell ein Übernahmeangebot über 70,12 Euro unterbreitet. Zugleich bekräftigte Schaeffler die Absicht, Conti als eigenständigen Konzern mit Sitz in Hannover zu erhalten. Zudem wolle Schaeffler sämtliche Conti-Vorstände einschließlich Vorstandschef Manfred Wennemer an Bord halten, um den künftigen Erfolg von Continental zu sichern.

Eine Conti-Sprecherin sagte zum Angebot am Mittwoch lediglich: „Wir nehmen das zur Kenntnis.“ Eine weitere Stellungnahme gab es zunächst nicht. Conti hatte einen deutlich höheren Preis und eine Begrenzung der Schaeffler-Beteiligung auf 20 Prozent gefordert. Geißinger bekräftigte das Ziel, mehr als 30 Prozent der Anteile zu erwerben und damit ein strategischer Großaktionär bei Continental zu werden. Nur so seien die Investitionen in das Unternehmen langfristig abzusichern. Eine reine Finanzinvestition entspreche nicht den Zielen der Schaeffler Gruppe, hieß es in einer Mitteilung.

„Energieeffizientes Auto der Zukunft“

Geißinger will die Stärken zweier international bedeutender deutscher Automobilzulieferer und Technologieführer kombinieren, um ihren Kunden weltweit noch bessere Lösungen für die zentralen technologischen Herausforderungen wie dem „energieeffizienten Auto der Zukunft“ anbieten zu können. Continental werde dabei von den Stärken der Schaeffler Gruppe bei mechanischen, mechatronischen und Präzisionskomponenten für Motor, Getriebe und Fahrwerk profitieren. Conti werde seine Stärken bei Elektronik- und Softwaresystemen für Motor, Fahrwerk und Innenraum in die Verbindung einbringen.

„Fairer Preis“

Das von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) genehmigte Angebot entspricht den Angaben zufolge einem Aufschlag von 16,16 Euro oder knapp 30 Prozent des Kurses vom 11. Juli. Nach dem Kauf von Siemens VDO im Sommer 2007 war der Conti-Kurs um fast die Hälfte geschrumpft. Nach dem Bekanntwerden der Schaeffler-Pläne schnellte er um fast ein Viertel auf 67 Euro. Zuletzt pendelte sich die Aktie bei rund 72 Euro ein. „Wir bieten einen fairen Preis, der für die Aktionäre der Continental AG interessant ist. Jetzt sollten wir es den Aktionären überlassen, unser Angebot zu bewerten und ihre Entscheidung zu treffen“, erklärte Geißinger. Die Angebotsfrist endet am 27. August um Mitternacht.

Übernahmeangebot gilt auch für Wennemer

Die Continental AG soll weiter an der Börse notiert bleiben, wenn möglich im DAX. Zu einer Verlagerung oder einem Abbau von Arbeitsplätzen werde es nicht kommen. „Durch Schaeffler wird es keine Zerschlagung der Continental AG oder einen Verkauf des Reifengeschäfts geben“, erklärte Schaeffler-Chef Jürgen Geißinger. Das Angebot für eine Zusammenarbeit mit allen Conti-Vorständen gilt nach Angaben eines Schaeffler-Sprechers ausdrücklich auch für Vorstandschef Wennemer. Er hatte das Vorgehen der Schaeffler-Gruppe noch vor einer Woche als rechtswidrig, aber auch „egoistisch, selbstherrlich und verantwortungslos“ bezeichnet. An der gesetzlich vorgeschriebenen paritätischen Zusammensetzung des Conti-Aufsichtsrates aus jeweils zehn Vertretern von Kapital und Arbeitnehmern werde sich nichts ändern.

dpa

(ID:264557)