Suchen

Dieselskandal

US-Ermittlungen: VW-Chef Diess soll Winterkorn belastet haben

| Autor/ Redakteur: Christoph Seyerlein / Sven Prawitz

Bereits gestern (7.Mai) war bekannt geworden, dass Volkswagen-Chef Herbert Diess einen Deal mit der US-Justiz geschlossen hat, der ihm freies Geleit garantiert. Neuen Berichten zufolge soll Diess dabei seinen Vor-Vorgänger Martin Winterkorn belastet haben.

Firmen zum Thema

Herbert Diess ist Chef des VW-Konzerns und der Marke VW.
Herbert Diess ist Chef des VW-Konzerns und der Marke VW.
(Bild: VW)

Seit einigen Tagen steht Ex-Volkswagenchef Martin Winterkorn in der Abgas-Affäre wieder im Fokus. Die US-Justiz hat einen Haftbefehl gegen ihn erlassen, in Deutschland laufen die Ermittlungen und der VW-Aufsichtsrat prüft Schadenersatzansprüche gegen den ehemaligen Manager. Nun wird ein wenig klarer, woher der Wind in den USA wehen könnte. Wie die „Bild“ berichtet, hat der neue starke Mann bei Volkswagen, Herbert Diess, bei Ermittlern vom FBI ausgesagt – und dabei seinen Vor-Vorgänger Winterkorn belastet.

Manipulationen bereits seit Juli 2015 bekannt?

Dem Bericht zufolge ist Diess Anfang Mai in die USA gereist, um mit Vertretern des US-Justizministeriums und dem FBI zu sprechen. Auch Larry Thompson, der für die US-Justiz den Volkswagen-Konzern wegen der Diesel-Affäre beobachtet, soll bei dem Treffen dabei gewesen sein.

In der US-Anklageschrift wird Winterkorn vorgeworfen, dass er bereits am 27. Juli 2015 über den Abgas-Betrug bei VW informiert worden war. Auch Diess war bei jenem Meeting zwar dabei, trat seinen Posten in Wolfsburg offiziell aber erst am 1. Oktober 2015 an. Diess könnte der US-Justiz deshalb bei der Aufklärung helfen, ohne mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen zu müssen.

Bereits am Montag war berichtet worden, dass Diess offenbar für sich auch einen Deal mit den Ermittlern ausgehandelt hat. Demnach erhält der Manager freies Geleit und kann weltweit frei reisen, ohne eine Verhaftung befürchten zu müssen. Im Falle einer Klage gegen ihn, sei Diess zugesagt worden, dass er vorab informiert werde, berichtete der Finanzdienst Bloomberg. Weder die Ermittler, noch VW wollten sich bislang dazu äußern.

In Deutschland wird gegen Diess ermittelt

Die US-Ermittler haben Diess bislang noch nie etwas vorgeworfen. Er hatte erst einige Monate vor Bekanntwerden des Skandals bei VW angeheuert, aber im Juli 2015 an einem Treffen teilgenommen, bei dem Führungskräfte über Unregelmäßigkeiten von Abgaswerten in den USA informiert wurden.

In Deutschland laufen dagegen auch gegen Diess selbst noch Ermittlungen wegen des Verdachts der Marktmanipulation. Zuletzt hieß es von der Staatsanwaltschaft in Braunschweig, dass sich die Beweisfindung auf der Zielgeraden befinde. Die Ermittler wollen demnach sichergehen, dass es nicht nur für eine Anklage gegen die Verdächtigen reiche, sondern auch für eine Verurteilung.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45291786)

Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur Newsdesk