Autonomes Fahren

USA genehmigen Roboter am Steuer

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Mehr Sicherheit auf den Straßen

Das Entgegenkommen der US-Behörde ist vor allem damit zu erklären, dass sich die Amerikaner vom automatisierten Fahren eine erhebliche Senkung der Unfallzahlen versprechen. Das Forschungsinstitut Virginia Tech Institute in Blacksburg im US-Bundesstaat Virginia rechnete im Auftrag von Google vor, dass autonome Autos in weniger Unfälle verwickelt sind als traditionelle Fahrzeuge. So erlitt die Google-Flotte in den vergangenen sechs Jahren 17 Crashs, an denen jedoch stets der Gegner die Schuld trug. Doch damit nicht genug. Fahrerlos vernetzte und autonom fahrende Autos könnten Staus vermeiden und umfahren, älteren oder behinderten Menschen endlich Mobilität ermöglichen, durch vorausschauende Fahrweise Energie einsparen, die Umwelt zu schonen und den Insassen während der Fahrt erlauben, anderen Tätigkeiten nachzugehen, um nur einige Vorteile zu nennen.

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In den USA soll deshalb die Entwicklung des Autonomen Fahrens beschleunigt werden, wozu Präsident Barack Obama 3,9 Milliarden Dollar (3,5 Milliarden Euro) für landesweite Tests vernetzter, autonomer Autos bereitstellen will. Um ein umweltfreundlicheres Verkehrssystem finanzieren zu können – wozu er auch das autonome Auto zählt – will Obama außerdem eine neue Energiesteuer von zehn Dollar pro Barrel Öl einführen, was die Gallone Sprit um 25 US-Cent (gleich bedeutend mit sechs Euro-Cent pro Liter) verteuern würde. Ob er mit diesem Vorschlag seiner Parteifreundin Hillary Clinton auf dem Weg ins Weiße Haus einen Gefallen getan hat, ist allerdings zu bezweifeln. Und auch von der Gegenseite spuckten maßgebende Republikaner, die Klimaverträge und globale Erwärmung als Hirngespinste abtun, bereits Gift und Galle. „Dümmste Idee aller Zeiten“, ließ sich der für seine Öl-Investitionen bekannte Milliardär T. Boone Pickens zitieren.

In Europa bereiten sich derweil erste Unternehmen darauf vor, die autonome Fortbewegung für die breite Allgemeinheit Wirklichkeit werden zu lassen. Besonders weit sind die Eidgenossen im Kanton Wallis. Im Auftrag der Post will die Post-Auto Schweiz AG dort zwei autonome Fahrzeuge ausprobieren. Sie wurden vom französischen Unternehmen Navya entwickelt und werden zu 100 Prozent elektrisch angetrieben. Die beiden Shuttles werden in Kürze bis zu neun Personen mit maximal 20 km/h durch die Straßen von Sitten befördern. Dabei begleitet sie zwar immer ein Aufseher, sie verkehren aber vollautomatisiert und verfügen weder über ein Lenkrad noch über Brems- und Gaspedale. Für alle Fälle gibt es einen Schalter als Notbremse. Dank moderner Sensoren können die Fahrzeuge tagsüber wie auch nachts auf den Zentimeter genau fahren und sämtliche Hindernisse, Verkehrsschilder und Ampeln erkennen.

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