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IAA 2011 Valeo und Bosch präsentieren Einparkassistenten

| Redakteur: Jan Rosenow

Bei der neuesten Version des Valeo-Einparkassistenten kann der Fahrer das Auto von außen fernsteuern – per Smartphone. Wann die Fernsteuerung in Serie geht, hat der französische Zulieferer noch nicht verraten.

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Wer erinnert sich nicht an die Szene aus dem James-Bond-Film „Der Morgen stirbt nie“, in der Pierce Brosnan seinen BMW per Fernsteuerung vom Rücksitz aus lenkte? Diese Vision könnte Wirklichkeit werden, wenn Valeo seine IAA-Neuheit „Park 4 U Remote“ auf den Markt bringt. Mit diesem Assistenzsystem parkt das Auto nicht nur vollkommen selbsttätig ein, ohne dass der Fahrer noch Gas geben oder Bremsen muss – sondern die Funktion lässt sich auch vom Smartphone aus starten, wenn sich der Fahrer außerhalb des Autos befindet.

Eine App, die sowohl für Android- als auch für Apple-Telefone verfügbar ist, steuert das Auto. Der Fahrer (bzw. User) kann das Manöver aber jederzeit abbrechen, heißt es in einer Mitteilung von Valeo.

Parkt 4 U Remote ist die neueste Version des Parkassistenten von Valeo. Wann die Fernsteuerung in Serie geht, hat der französische Zulieferer noch nicht verraten. Bereits erhältlich ist jedoch die zweite Version von Park 4 U, und zwar in den Modellen VW Touran und Sharan, Seat Alhambra sowie Audi A6 und A7.

Im Gegensatz zum Urprodukt kann sie auch Parklücken quer zur Fahrtrichtung ansteuern. Außerdem hilft das System dem Fahrer auch, eine Parklücke wieder zu verlassen. Das ist keineswegs so trivial, wie es sich anhört: Mit seiner genauen Auflösung reichen dem System nur 40 Zentimeter Platz vor und hinter dem Auto, um sicher einzuparken – in solche Lücken kommen nur routinierte Autofahrer hinein und wieder hinaus.

Konkurrent Bosch hat auf der IAA ebenfalls die neueste Generation seines Parkhelfers vorgestellt. Wie beim Valeo-Pendant muss die Lücke nur 80 Zentimeter länger sein als das Auto. Das Assistenzsystem übernimmt alle Lenkbewegungen, während der Fahrer Gas gibt, bremst und schaltet.

Parkassistent scannt die Umgebung

Neu ist die Funktion des Querparkassistenten. Beim Vorbeifahren tasten seitlich angebrachte Ultraschallsensoren die Umgebung ab und das Steuergerät erkennt die geeignete Lücke. Daraus berechnet es die nötigen Lenkbewegungen und gibt die Befehle an die elektrische Servolenkung weiter.

Die zusätzliche Funktion Side Distance Warning soll dabei helfen, in schwierigen Fahrsituationen – beispielsweise in Parkhäusern – Blechschäden zu vermeiden. Die Sensoren scannen die Umgebung und erstellen eine Art dreidimensionale Karte der Umgebung. Ergibt sich aus den gesammelten Daten, dass der Fahrer mit einem Hindernis zu kollidieren droht, warnt ihn das System.

Am vollautomatischen Einparken arbeiten die Bosch-Entwickler ebenso wie ihre Kollegen bei Valeo. Wie weit die Franzosen allerdings schon sind, konnte sich bei Bosch wohl niemand vorstellen. Denn für die Schwaben ist das fahrerlose Einparken per Knopfdruck noch ferne Zukunftsmusik, während der entsprechende Valeo-Prototyp auf dem IAA-Außengelände schon das Publikum verblüffte. Ob sich darunter auch einige Bosch-Ingenieure befunden haben?

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