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Neue Mobilität VDA-Chef Mattes: „Erlebnis geht vor Besitz“

| Redakteur: Svenja Gelowicz

Auf dem Future Mobility Summit, der am Montag und Dienstag (9. und 10. April) in Berlin stattfindet, fordert VDA-Chef Bernhard Mattes mehr Anstrengungen in puncto E-Mobilität – und warnt, dass der Erfolg von heute kein Garant für morgen sei.

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Mattes: „Allein in die Weiterentwicklung der Elektromobilität investieren unsere Unternehmen bis zum Jahr 2020 insgesamt 40 Milliarden Euro.“ Doch: Aufholen müsse Deutschland bei der Ladeinfrastruktur.
Mattes: „Allein in die Weiterentwicklung der Elektromobilität investieren unsere Unternehmen bis zum Jahr 2020 insgesamt 40 Milliarden Euro.“ Doch: Aufholen müsse Deutschland bei der Ladeinfrastruktur.
(Bild: Manfred Zimmermann)

Gerade findet das „Tagesspiegel“-Event Future Mobility Summit in Berlin statt. Dort verkündet VDA-Präsident Bernhard Mattes: „Die deutschen Hersteller haben 2017 einen Rekordwert bei der Produktion erreicht. Weltweit liefen 16,5 Millionen Pkws mit deutschem Markenzeichen von den Bändern.“

Gleichzeitig warnt er, dass dieser Erfolg von heute kein Garant für morgen sei, denn die Automobilindustrie erlebe und gestalte eine rasante Transformation: „Die Weltbevölkerung wächst bis zum Jahr 2050 von heute sieben Milliarden auf zehn Milliarden Menschen. Die Zahl der Megacities nimmt zu, die kaufkraftstarke Mittelschicht wächst. Das Bedürfnis nach individueller Mobilität bleibt, aber es verändert sich: Erlebnis geht vor Besitz.“ All diese Megatrends erforderten, die Mobilität der Zukunft neu zu denken.

Ziel der deutschen Hersteller und Zulieferer sei es, den Straßenverkehr künftig noch sicherer, effizienter und komfortabler zu machen: „Stufenweise wollen wir den Fahrer immer mehr unterstützen und damit Unfälle vermeiden.“ Fast jedes zweite weltweite Patent beim vernetzten und automatisierten Fahren kommt von der deutschen Automobilindustrie. Mattes: „Deutschland ist in diesem Bereich Patentweltmeister. In den nächsten drei bis vier Jahren investieren deutsche Hersteller und Zulieferer bis zu 18 Milliarden Euro in dieses Zukunftsfeld.“

Flächendeckende Mobilfunknetzabdeckung ist Voraussetzung

Die Konnektivität ist ein enormer Effizienzhebel, so Mattes. Moderne Vernetzungstechnologien könnten zum Beispiel die Parkplatzsuche optimieren und damit Zeit und Emissionen sparen. In deutschen Städten könnten so bis zu 50 Tonnen Feinstaub und bis zu 1.000 Tonnen Stickoxid vermieden werden. „Um die digitalen Potenziale auf der Straße nutzen zu können, ist eine flächendeckende und dynamische Mobilfunknetzabdeckung entlang aller Verkehrswege nötig. Zudem ist ein kluger politischer Rahmen erforderlich, der Rechtssicherheit gewährleistet“, sagte der VDA-Präsident.

Die deutsche Automobilindustrie verfolge eine breit angelegte Dekarbonisierungsstrategie. Sie reiche von weiteren Verbesserungen beim Verbrennungsmotor über alternative Antriebe und Kraftstoffe wie Wasserstoff, Erdgas und E-Fuels bis hin zum reinen E-Fahrzeug. Dazu Mattes: „Allein in die Weiterentwicklung der Elektromobilität investieren unsere Unternehmen bis zum Jahr 2020 insgesamt 40 Milliarden Euro. Bis dahin wird sich ihr Angebot an E-Autos auf rund 100 Modelle mehr als verdreifachen.“ Nach einer Studie des ifo-Instituts stamme weltweit jedes dritte Patent zur Elektromobilität und zum Hybridantrieb aus Deutschland.

Elektromobilität: Weitere Anstrengungen nötig

Aus Sicht des VDA-Präsidenten sind weitere Anstrengungen nötig, um der Elektromobilität langfristig zum Erfolg zu verhelfen. „Es gilt, den Aufbau privater Ladestationen sowohl rechtlich als auch finanziell zu unterstützen. Der Umweltbonus sollte im verabschiedeten Rahmen über Juni 2019 hinaus verlängert werden“, sagte Mattes.

Derzeit gebe es hierzulande rund 11.000 öffentlich zugängliche Ladestationen, davon sind 560 Schnellladepunkte. Die Automobilindustrie investiert in eine öffentliche Ladeinfrastruktur. Zusammen mit dem amerikanischen Ford-Konzern installieren Daimler, BMW und der Volkswagen-Konzern ein Schnellladenetz an europäischen Autobahnen.

Der deutsche Elektromobilitätsmarkt verbuchte laut Mattes 2017 mit einem Plus von 117 Prozent das stärkste Wachstum im internationalen Vergleich. Die Position der deutschen Pkw-Hersteller würde immer stärker. So lag ihr Marktanteil bei E-Fahrzeugen bei 66 Prozent, in den ersten beiden Monaten 2018 sogar bei 70 Prozent. Unter den Top Ten der E-Neuzulassungen im Februar finden sich sieben deutsche Modelle.

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