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Siemens VDO wird selbstständig

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Siemens treibt die Ausgliederung der Sparte VDO mit rund 50.000 Beschäftigten trotz ergebnisloser Verhandlungen mit dem Betriebsrat voran.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Der Siemens-Konzern treibt die Ausgliederung seines Automobilzulieferers VDO mit rund 50.000 Beschäftigten trotz ergebnisloser Verhandlungen mit dem Betriebsrat voran. Die Vorbereitungen für den geplanten Börsengang seien angelaufen, hieß es am Mittwoch in einem Mitarbeiterbrief. Der Betriebsübergang in eine ausgegliederte, eigenständige Gesellschaft solle zum 1. Mai erfolgen.

Die Verhandlungen mit dem Gesamtbetriebsrat über eine Überleitungsvereinbarung hätten zu keinem Ergebnis geführt, räumte VDO-Personalchef Alexander Müller ein. "Wir hätten gerne ein Gesamtpaket verabschiedet." Der Zeitplan gelte aber weiter. Die gesetzlichen Regelungen für einen Betriebsübergang stellten sicher, dass die Mitarbeiter eines ausgegliederten Unternehmens zu den aktuellen Bedingungen - vom Arbeitsvertrag über die Entlohnung bis hin zu Sozialleistungen - weiterbeschäftigt würden.

IG Metall kritisiert Trennung

Die IG Metall hatte die Ausgliederung Anfang der Woche scharf kritisiert. Die Sparte sei profitabel und habe ihre Margenziele erfüllt, sagte der Regensburger Bevollmächtigte Günter Heinz. Dies sei vor allem auf das Engagement der Mitarbeiter zurückzuführen.

"Warum man ihren Bereich nun ausgliedern will, nachdem er erst 2006 in die Siemens AG integriert wurde, ist daher ebenso wenig nachvollziehbar wie der geplante Abbau von 1.000 Stellen." Die Mitarbeiter seien stark verunsichert. "So etwas beschädigt die Motivation und gefährdet dadurch den Geschäftserfolg, schadet also letztlich dem gesamten Unternehmen."