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Delphi Verlust wächst

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Der im Insolvenzverfahren steckende Autozulieferer Delphi ist im dritten Quartal tiefer in die roten Zahlen gerutscht.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Der im Insolvenzverfahren steckende Autozulieferer Delphi ist im dritten Quartal tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Konzernverlust habe sich im Vorjahresvergleich von 119 auf 788 Millionen Dollar ausgeweitet, berichtete Delphi am Mittwoch, 09.11. Der Umsatz ging zwischen Juli und September von 6,64 auf 6,28 Milliarden Dollar zurück. Während der Erlös mit anderen Kunden um sechs Prozent anzog, verringerte sich das Geschäft mit GM um 16 Prozent. Zum Nettoverlust hätten Kosten von 136 Millionen Dollar für freigestellte Arbeitnehmer geführt, die zur Ex-Konzernmutter General Motors zurückkehren.

Zudem gab es durch den Stellenabbau eine weitere Belastung von 85 Millionen Dollar. Zum laufenden Insolvenzverfahren nach Kapitel 11 des US-Konkursrechts sagte Vorstandschef Robert Miller, "der beträchtliche Verlust in diesem Quartal belegt nur die dringende Notwendigkeit, unsere Arbeitskostenprobleme in den USA in den Griff zu bekommen". Das Unternehmen könne nicht auf unbegrenzte Zeit die US-Standorte weiter betreiben, die erhebliche Verluste verursachten.

Die Konzernverluste würden weiter steigen, "bis es uns gelingt, im Rahmen des Chapter 11-Verfahrens einen wettbewerbsfähigen, nachhaltigen Plan für die Reorganisation des Unternehmens zu schaffen", sagte Miller. Delphi verlangt Lohnkürzungen von derzeit 27 Dollar pro Stunde auf nur noch 9,50 Dollar. Zudem sollen etliche Werke geschlossen oder verkauft werden. GM hatte mitgeteilt, das Delphi-Risiko in der eigenen Bilanz betrage bis zu 12 Milliarden Dollar.

Die Gewerkschaft UAW hat ihre Streikbereitschaft bereits signalisiert. Angesichts der harten Forderungen des Delphi-Managements seien die Chancen für eine gütliche Einigung sehr gering. Bis Mitte Dezember müssen sich Vorstand und UAW einigen. Andernfalls will der Konzern über den Konkursrichter einseitig die Tarifverträge kündigen lassen und im Januar mit der Sanierung beginnen. In diesem Fall könnte die Gewerkschaft zu Streiks aufrufen, die vor allem beim wichtigsten Kunden GM verheerende Folgen hätten.