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Honda Insight „Volks-Hybrid“ ab 19.550 Euro

| Redakteur: Julia Mauritz

Honda will 5.000 Einheiten des kleinen Civic-Hybrid-Bruders Insight im ersten Jahr in Deutschland verkaufen. Im Visier hat der japanische Automobilhersteller umweltorientierte Privatkäufer und „grüne“ Unternehmen

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Lob und virtuelle Streicheleinheiten für ökonomisches Fahren sowie Tadel und negative Wertung bei übermäßigem Spritverbrauch verteilt der neue Honda Insight. Ein ausgeklügeltes System zum effizienten Umgang mit dem Kraftstoff optimiert per Knopfdruck nicht nur das Zusammenwirken von unterschiedlichen Fahrzeugkomponenten, sondern dient zugleich dem Training des Fahrers.

Was auf den ersten Blick wie eine nette Spielerei erscheint, ist nach Aussage von Honda-Sprecher Dr. Alexander Heintzel „kein Tamagotschi-Ersatz“. Vielmehr kommen die Japaner mit dem sogenannten Eco-Assist dem Wunsch der Kunden nach, während der Fahrt den Verbrauch möglichst niedrig zu halten.

Sportiver als der Vorgänger

Wirkte der 1999 auf der Bildfläche erschienene Vorgänger mit seiner extrem strömungsgünstigen Karosserie und den verkleideten Hinterrädern eher wie eine Birkenstock-Sandale auf Rädern, besitzt der voraussichtlich um den 18. April erhältliche neue Insight eine fast schon sportive Formensprache. Mit einer Länge von 4,40 Metern ist die fünftürige Fließheck-Limousine zwischen Jazz und Civic Hybrid angesiedelt.

Der Insight steht auf einer eigenständigen, neu entwickelten Plattform. Lediglich der Motorraum entspricht dem des Hybrid-Bruders. Befindet sich bei diesem die Batterie noch hinter den Rücksitzen, wurde der nun auch kleinere Stromspender in den Unterboden umgelagert. Auf diese Weise können die Fondlehnen im 60:40-Split umgelegt werden, so dass sich ein gut nutzbarer Kofferraum ergibt, der zwischen 358 und 1017 Liter fasst.

Kein selbsterklärendes Fahren

Angetrieben wird der Honda Insight von einem 65 kW/88 PS starken 1,3-Liter-Benziner. Unterstützt wird dieser durch einen Elektromotor mit einer Leistung von 10 kW/14 PS, der damit kleiner und um 29 Prozent leichter ist als das elektrische Aggregat im Hybrid-Civic. Die Systemleistung des Insight beläuft sich auf 72 kW/98 PS. Ein Normverbrauch von 4,4 Litern Super auf 100 Kilometer sowie ein CO2-Ausstoß von 101 g/km zeugen vom Potenzial, der im Hybridantrieb steckt.

Um dieses auch abzurufen, bedarf des der Bereitschaft des Fahrers, das System kennenzulernen und sich auf die speziellen Bedingungen einzustellen. Dazu gehören gleichmäßiges und vorausschauendes Fahren ebenso wie nicht allzu heftiges, sondern eher sanftes Bremsen, um auf diese Weise sonst nutzlos verpuffende Energie wieder zurückzugewinnen und zu speichern.

„Sich auf den Wagen einlassen“ lautet das Patentrezept von Dr. Heintzel, der nach eigenem Bekunden eine Woche Gewöhnungszeit auf einen Hybridwagen veranschlagt. „Eher dahinsegeln als dahinpreschen“ lautet das Erfolgsrezept, um am Ende der Fahrt durch Blümchensymbole oder gar einen virtuellen Siegerpokal belohnt anstatt durch die Anzeige von verwelkten Blättern „abgestraft“ zu werden.

70 Prozent Neukunden

Optimistische 5.000 Einheiten des Insights plant Honda in den ersten zwölf Monaten in Deutschland zu verkaufen. Verbrauchs- und kostenorientierte sowie umweltorientierte Familien und Paare im Alter zwischen 35 und 50 Jahren hat der japanische Hersteller dabei als besondere Zielgruppe ausgemacht, außerdem Unternehmen, die ihr grünes Image schärfen wollen. Honda rechnet beim Insight mit einem Anteil von 70 Prozent Neukunden und 15 Prozent Flottenkunden.

Großer Verlierer beim Erscheinen des Insight wird der Civic Hybrid sein. „Der wird dann kaum noch verkauft werden“, ist sich Dr. Heintzel sicher. Kein Wunder, sieht das neue Hybrid-Auto von Honda doch nicht nur um einiges flotter aus, sondern ist auch deutlich günstiger als der ab 22.950 Euro erhältliche Bruder. Der aktuelle Toyota Prius schlägt sogar mit knapp 6.000 Euro Mehrkosten zu Buche.

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