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Personalie Volkswagen: Diess soll Müller als Chef ablösen

| Autor / Redakteur: Christoph Seyerlein / Svenja Gelowicz

Bei Volkswagen deuten sich Veränderungen in der Konzernführung an. Das Unternehmen gab am Dienstag eine entsprechende Ad-hoc-Meldung heraus. Aus Unternehmenskreisen heißt es unter anderem, dass Herbert Diess neuer Chef in Wolfsburg werden soll.

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(Bild: VW)

Volkswagen arbeitet offenbar an einer Nachfolgeregelung für Vorstandschef Matthias Müller. Der Konzern versendete am Dienstag eine Ad-hoc-Mitteilung, in der es hieß, dass Wolfsburg „eine Weiterentwicklung der Führungsstruktur für den Konzern, die auch mit personellen Veränderungen im Vorstand und mit Änderungen bei den Ressortzuständigkeiten im Vorstand verbunden wäre“ erwägt. Und weiter: „Dazu könnte auch eine Veränderung im Amt des Vorstandsvorsitzenden gehören.“

Müller habe „seine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, an den Veränderungen mitzuwirken“, heißt es weiter. Der Aufsichtsrat befinde sich aktuell in Gesprächen mit verschiedenen Mitgliedern des Vorstands. Die Ergebnisse jener Gespräche seien aber noch offen und damit auch, ob es tatsächlich zu personellen Veränderungen kommt.

Matthias Müller (64) ist seit dem 25. September 2015 Vorstandschef der Volkswagen AG. Er folgte auf Martin Winterkorn, der aufgrund der Diesel-Affäre rund um VW zurückgetreten war.

Auch Personalchef Blessing muss gehen

Müller hatte im März in einem Interview mit dem „Spiegel“ für Aufsehen gesorgt. Darin hatte er unter anderem gesagt, dass er „gerne mit dem Aufsichtsrat diskutieren“ würde, „wie der Konzern nach meiner Zeit geführt werden soll und von wem.“ Als Favorit auf eine mögliche Müller-Nachfolge galt zuletzt vor allem VW-Markenchef Herbert Diess (60). Dem „Handelsblatt“ zufolge will der Konzern Diess' Beförderung wohl schon am kommenden Freitag verkünden. Neben Müller werde auch Personalchef Karlheinz Blessing das Unternehmen verlassen. Dieser habe sich mit dem mächtigen Betriebsrat überworfen.

Matthias Müller selbst hatte im Gespräch mit dem „Spiegel“ angeregt, dass es nach seiner Überzeugung eine Verjüngung des VW-Führungsgremiums brauche. Zudem hatte er sich für mehr Frauen in den Spitzenpositionen bei Volkswagen ausgesprochen. „Wir müssen weiblicher, jünger und internationaler werden. Das ist ein riesiges Problem des Konzerns“, hatte der Manager wörtlich gesagt.

Auf die Frage nach seiner eigenen Zukunft hatte Müller geantwortet, dass er sich beispielsweise einen Posten im Aufsichtsrat von Volkswagen vorstellen könne. Vorsitzender des Kontrollgremiums möchte er aber nicht werden. „Das ist zu viel Arbeit, wenn man es richtig macht“, so Müller.

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