Suchen

Alternative Antriebe Volkswagen geht auf E-Kurs

| Autor / Redakteur: Patrick Broich/SP-X / Christian Otto

VW hat die Einhaltung der CO2-Vorgaben fest im Visier. Downsizing als alleiniges Mittel reicht dafür wohl nicht aus. Deshalb bringen die Wolfsburger nun mit dem e-up und e-Golf eine Antwort auf den Elektromobilitätsvorstoß der Konkurrenz. Zusätzliche Plug-in-Hybride erweitern dabei das Portfolio.

Firma zum Thema

Um die CO2-Vorgaben einzuhalten, setzt auch Volkswagen auf Elektrofahrzeuge wie den e-Golf.
Um die CO2-Vorgaben einzuhalten, setzt auch Volkswagen auf Elektrofahrzeuge wie den e-Golf.
(Foto: VW)

23 Modelle hat der Volkswagen-Konzern derzeit zu bieten, die einen CO2-Ausstoß von unter 95 g/km aufweisen. Nach eigener Einschätzung viel zu wenig, um künftigen Strafzahlungen an die EU zu umgehen, denn darunter sind viele Nischenfahrzeuge, die den Durchschnitts-Ausstoß kaum senken. Klar scheint aber, ohne Elektrifizierung in großen Stückzahlen, dürfte das Emissionsziel kaum zu schaffen sein.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 9 Bildern

Neben dem e-Up bringt Volkswagen deshalb im Frühjahr nächstes Jahres auch einen vollelektrischen Golf auf den Markt. Tim-Martin Scholz, technischer Projektleiter des e-Golfs, verweist auf das intelligente Packaging. So befindet sich die Batterie im Fahrzeugboden und spart auf diese Weise Platz. Ein Blick in den Kofferraum sowie in die Daten beweist: Kein einziger Liter Laderaumvolumen wurde verschenkt, es bleibt also dank modularen Baukastens mit Berücksichtigung für elektrische Antriebe bei 380 Litern Basisvolumen.

Nach einer ersten kleinen Testrunde lässt sich dem Stromer ein agiles Naturell bescheinigen, kein Wunder bei 85 kW/115 PS Leistung und vor allem 270 Nm Drehmoment. Außerdem trimmten die Ingenieure den Kompakten im Kampf um jeden Kilometer Reichweite auf Aerodynamik und verbesserten den Cw-Wert im Vergleich zu den konventionellen Brüdern um zehn Prozent. Modifizierte Verkleidungen, spezifische Felgen sowie speziell geformte Kühler-Lamellen machen es möglich. LED-Vollscheinwerfer gehören beim elektrischen Golf zu den Selbstverständlichkeiten – neben der besseren Lichtausbeute sparen auch wertvollen Strom.

Problempunkt Ladeinfrastruktur

Der Automatikwählhebel ist ähnlich aufgebaut wie bei den üblichen Versionen, allerdings gibt es verschiedene Rekuperationsstufen. Der Fahrer kann entscheiden, wie stark das Fahrzeug bei „Gaswegnahme“ bremst und entsprechend viel oder wenig Strom zurückgewinnt aus der kinetischen Energie. Bleibt die Ladeproblematik. Es gibt zwar neben dem Aufladen an der Haushaltssteckdose auch die Möglichkeit, den Speicher mittels Schnellladefunktion binnen einer halben Stunde wieder zu 80 Prozent zu füllen – doch die Infrastruktur solcher Ladesäulen ist noch unzureichend, und das Laden dauert letztlich immer noch zu lange. Hinzu kommt die Unsicherheit, vielleicht doch einmal liegenzubleiben. Da ist die Garantie, im Falle eines Falles den Wagen zur nächsten Elektrotankstelle zu schleppen, nur ein schwacher Trost.

Es braucht also eine spezielle Zielgruppe für reine Elektrofahrzeuge. Die Kunden müssen zu Hause laden können und im Idealfall auch am Arbeitsplatz. Für Interessenten mit dem Wunsch nach mehr Unabhängigkeit bieten die Wolfsburger daher ab Mitte nächsten Jahres eine Plug-in-Hybridversion des Golf. Mit einer maximalen elektrischen Reichweite von 50 km kann man bei ausgeklügelter Ladestrategie analog zum e-Golf ebenfalls so fahren, dass der 110 kW/150 PS starke Direkteinspritzer nie zum Einsatz kommt. Lässt man ihn dennoch antreten, so kommt zum Spareffekt auch eine dynamische Komponente.

(ID:42400542)