Fahrbericht

Volkswagen legt Exportschlager Jetta neu auf

Seite: 2/2

Firma zum Thema

Mehr Diesel für Nordamerika

Warum man auch in Nordamerika immer mehr auf den Selbstzünder-Geschmack gekommen ist (vier von fünf in den USA zugelassenen Dieselfahrzeugen stammen aus dem VW-Konzern), lies sich bei ersten Ausflügen mit dem neuen 2.0 TDI-Jetta im Bundesstaat Virginia belegen. Was für Europäer längst eine Selbstverständlichkeit ist: nicht nur leise wie ein Benziner, aber bei aller Sparsamkeit eben durchzugsstark mit einem Drehmoment von 320 Nm. In den Vereinigten Staaten schätzt man zwar das Wissen, dass „German Engineering“ auf die „German Autobahn“ ausgelegt ist, aber beim meist streng bewachten Tempolimit, lassen sich die Grenzen der Querbeschleunigung oder des Lastwechsels nur schwer ausloten.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

Nicht weit von Middleburg im Bundesstaat Virginia liegt auch das Hauptquartier von Volkswagen of America. Es ist ein Ausschnitt der USA, den viele Touristen nicht kennen. Nur etwa eine Autostunde südlich der Hauptstadt Washington, DC, sind hier große Anwesen im Kolonialstil, eingebettet in eine üppig grüne, sanfte Hügellandschaft, die von Pferdekoppeln durchzogen ist. Wer hier lebt, hat meist einen lukrativen politischen Job. Die kleinen Orte sind wie aus dem amerikanischen Bilderbuch mit traditionellen Coffee Shops und kleinen Läden. Der Jetta hätte vielleicht Mühe, einen Pferdeanhänger samt einer lebendigen PS zu ziehen, dafür kann es sein aufgewertetes Interieur mit der gelassenen Bürgerlichkeit des Umfelds durchaus aufnehmen. Viel Chrom und Pianolack, Ambientebeleuchtung, neue Instrumente und ein zentrales Display sowie ein ebenfalls neu gestaltetes Steuer (optional als Multifunktionslenkrad) wurden aus dem Golf VII exportiert. An die eher ungeliebten Golf-Stufenhecks, die einst in Deutschland unter den Namen Vento und Bora ein Schattendasein fristeten, erinnert nichts mehr. In den USA, so die Konzernstrategie, soll der Liebling Jetta auch nicht als Ableger des Golf fungieren, sondern als eigenständiges Modell wahrgenommen werden.

Neu ist auch, daß der Jetta in Deutschland ähnlich wie der Viertürer CC oder der SUV Touareg statt der drei bekannten Ausstattungslinien Trendline, Comfortline und Highline jetzt mit einer – „Jetta“ – auskommt. Wer das 150-PS-Modell bestellt und seinen Jetta noch mit Assistenzsystemen, Audiosystem und Leder bestückt, landet bei gut 30.000 Euro. Mit der nächsten Jetta-Generation dürfte es übrigens auch wieder eine Vollhybrid-Version geben sowie natürlich den SportWagen, der in Deutschland als Kombi firmiert. Worauf alle Jetta-Kunden allerdings noch warten müssen, ist ein USB-Port.

(ID:42925443)