Markenstrategie

Volkswagen: Neuausrichtung kommt voran

| Redakteur: Christian Otto

Dr. Herbert Diess sieht die Marke Volkswagen bei dem angestoßenen Transformationsprozess auf einem sehr guten Weg.
Dr. Herbert Diess sieht die Marke Volkswagen bei dem angestoßenen Transformationsprozess auf einem sehr guten Weg. (Bild: Volkswagen)

Dr. Herbert Diess, Chef der Marke Volkswagen, präsentierte im Rahmen des Jahresgesprächs den Stand der Neuausrichtung des Konzerns. Den Zuschlag für die Produktion des Elektromodells I.D. erhält der Standort Zwickau.

Die Marke Volkswagen kommt laut Markenchef Dr. Herbert Diess beim Umsetzen der im vergangenen November vorgestellten Strategie „Transform 2025+“ und beim Stärken der Profitabilität im operativen Geschäft voran. Im laufenden Jahr erwartet der Markenvorstand weitere Fortschritte auf den strategischen Handlungsfeldern und verbesserte Finanzkennzahlen nach einem starken ersten Quartal.

Diess blickte beim heutigen (5. Mai) Jahresgespräch der Marke Volkswagen in Wolfsburg auch auf das vergangene Jahr zurück: „2016 war für die Marke Volkswagen ein entscheidendes Jahr. Es war ein Transformationsjahr – und markiert den Aufbruch in eine neue Phase unseres Unternehmens. Wir haben uns intensiv um die Diesel-Krise gekümmert. Wir haben im operativen Geschäft die Wende eingeleitet. Und wir haben die strategische Neuausrichtung der Marke erarbeitet. Unser Anspruch ist klar: Wir wollen Volkswagen zukunftsfähig aufstellen – und bis 2025 eine führende Rolle in der dann veränderten Automobilindustrie einnehmen.“

Erste Erfolge

Volkswagen plant nach eigenen Angaben auf Basis der Strategie „Transform 2025+“ einen Umbau in drei Phasen: Bis 2020 will die Marke das Kerngeschäft neu aufstellen und bis 2025 Weltmarktführer in der Elektromobilität werden. Ab 2025 liegt der Fokus auf neuen Mobilitätslösungen und Geschäftsmodellen. Dabei erzielte das Unternehmen nach eigenen Angaben auf allen Feldern bereits sichtbare Erfolge. Wesentliche Entscheidungen sollen die deutschen Standorte langfristig absichern: So entsteht demnach in Wolfsburg ab 2018 ein neues Modell einer Schwestermarke. Ein viertes Modell für das zuletzt schlecht ausgelastete Werk in Emden befindet sich in der Entwicklung. Am Komponenten-Standort Salzgitter sitzt wiederum das so genannte „Center of Excellence“. Es verantwortet die Entwicklung, Beschaffung und Qualitätssicherung von Batteriezellen und -modulen. Die Pilotfertigung wird derzeit final geplant.

Stärkung der Regionen

Der Fokus der Marke wird auch im weiteren Jahresverlauf darauf liegen, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken – so soll die Produktivität in diesem und im nächsten Jahr um 7,5 Prozent steigen. Verbesserte Anläufe, Kostendisziplin und die fortgesetzte Produkt- und Rentabilitätsoffensive in den Regionen sollen ebenfalls zur wettbewerbsfähigen Stellung der Marke beitragen. In Nordamerika kommen laut Ankündigung bis 2020 jedes Jahr zwei neue Modelle auf den Markt. Die Verluste in der Region sollen bereits im laufenden Jahr deutlich sinken. Der Break-even ist für 2020 geplant. Dieses Zieldatum gilt auch für alle übrigen Regionen, die heute noch keine schwarzen Zahlen schreiben.

In Südamerika will Volkswagen das Restrukturierungsprogramm ebenfalls fortsetzen und verjüngt und vergrößert das Produktportfolio. In China will der Hersteller die Marktführerschaft verteidigen, unter anderem mit neun weiteren Modellen bis 2018. Schwerpunkt dabei sollen lokal produzierte „New Energy Vehicles“ sein.

Markenchef Diess thematisierte auch die SUV-Offensive. Sie sei als Kernelement der Produktstrategie erfolgreich angelaufen. In diesem Segment will sich Volkswagen deutlich verstärken und bis 2020 die weltweite Modellpalette von zwei auf 19 SUV vergrößern. Mit Atlas, Teramont und dem Tiguan Allspace sind zuletzt bereits drei neue SUVs angelaufen. Das passe zur Produktoffensive, die allein zehn neue Modelle im Jahr 2017 bringt. Fünf davon sind echte Neuheiten ohne Vorgänger.

I.D.-Start in Zwickau

Auch zur E-Offensive von Volkswagen äußerte sich Diess positiv. Man komme hier schnell voran. Ein Beispiel sei der neue e-Golf, der bis zu 300 Kilometer weit elektrisch fahren soll. Das langfristige Ziel lautet, bis 2025 Weltmarktführer in der Elektromobilität zu werden und eine Million Elektroautos jährlich zu verkaufen. Kernelement ist die neue I.D.-Familie: Sie wird zunächst aus vier Modellen bestehen und ab 2020 auf den Markt kommen. Als erstes Elektroauto wird der I.D. im Werk Zwickau gefertigt.

Beim Zukunftsthema Digitalisierung will Volkswagen ebenfalls wachsen. In diesem Jahr bringt die Marke hierzu die neue Generation von Car-Net auf den Markt und startet mit den ersten Mobilitätsdiensten. Zudem sollen Volkswagen-Kunden ihre Fahrzeuge in Kürze auch nachträglich vernetzen.

Ein weiteres wichtiges Thema im laufenden Jahr ist die Umrüstung der von der Diesel-Krise betroffenen Dieselfahrzeuge. Volkswagen komme dabei planmäßig voran. In Europa haben bereits mehr als die Hälfte der Fahrzeuge das notwendige Software-Update bekommen, in Deutschland fast drei Viertel. Damit sind über 2,6 Millionen Fahrzeuge umgerüstet. Bis Ende des Jahres sollen in Europa alle Fahrzeuge der Marke Volkswagen umgerüstet sein.

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