Powercloud Volkswagen nutzt beim Stromhandel bekannte Software-as-a-Service-Plattform

Autor / Redakteur: Jens Rehberg / Jens Rehberg

Der Autohersteller Volkswagen nutzt beim Marktstart seiner Strommarke „Elli“ die Standard-Cloud-Plattform von Powercloud. So konnte sich der Hersteller für den Stromverkauf gleich eine ganze Prozesslandschaft an Bord holen.

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Die VW-Strommarke Elli versorgt deutschlandweit Haushalte mit Ökostrom.
Die VW-Strommarke Elli versorgt deutschlandweit Haushalte mit Ökostrom.
(Bild: VW)

Der Volkswagen-Konzern arbeitet beim Launch seines Haushaltsstromangebotes und der Umsetzung des entsprechendes Backends mit der deutschen Softwareschmiede Powercloud zusammen. Laut einer aktuellen Pressemitteilung des Offenburger Unternehmens gelang die Marktreife der Plattform zur Abwicklung und Abrechnung des im August gestarteten VW-Haustromtarifes in Kooperation mit verschiedenen App-Partnern innerhalb von nur fünf Monaten.

Bei jedem Implementierungsprojekt kommt laut Powercloud ein standardisierter Best-Practice-Prozess mit definierten Onboarding-Modulen zum Einsatz. Der End-to-End-Ansatz stehe somit direkt bereit, sei jederzeit skalierbar und lasse sich auch in weitere Märkte exportieren. Über einen speziellen App-Store lassen sich außerdem verschiedene Geschäftsprozesse und zusätzliche Produkte flexibel in die Anwendung integrieren – so buche Elli die jeweiligen Apps etablierter Branchenpartner, Start Ups, Fintechs und globaler Technologieunternehmen einfach zu den Kernfunktionen der Powercloud hinzu und nutze anschließend weitere Funktionen.

Prozesserweiterungen durch Apps

Beispielsweise setzt die Volkswagen Group Charging GmbH auf eine effiziente Abschlussstrecke zur Neukundengewinnung und ein umfangreiches Self-Service-Kundenportal. Beide Anwendungen kommen von Work Digital. Zudem nutzt Elli zwei Apps von Powerdata zur Anbindung weiterer Systeme an die Powercloud – inklusive Überwachung der Integration – sowie zur Echtzeit-Analyse unter anderem von Umsatz, Erlösen und Rohmargen.

Außerdem kommt „Business Process Mining“ von Lana zum Einsatz: Die App soll ermöglichen, die Kundenprozesse auf KI-Basis zu optimieren und an neue Gegebenheiten anzupassen. Außerdem wurden die „Powerapp“ von Paypal sowie die der Schufa für Bonitätsprüfungen integriert. Und für das Kundenerlebnis sowie die Back-Office-Prozesse ist die Heidelberger Services AG verantwortlich, die auch ihren Chatbot in die Kooperation einbringt – samt integriertem Live-Chat für Churn-Prevention-Kampagnen auf Basis der Plattform „I-Advize Conversational“.

Das kann der VW-Stromtarif

Der Clou für die VW-E-Auto-Kunden beim „Naturstrom-Connect-Tarif“: Das Laden erfolgt bevorzugt dann, wenn ein Überschuss an erneuerbaren Energien im Netz vorliegt. Das ist einerseits nachhaltiger und zudem für den Kunden billiger.

„Im Zentrum steht eine App-basierte Steuerung des Ladevorgangs, wobei der Kunde im Vorfeld nur seine gewünschte Abfahrtzeit angeben muss“, erläutert Ingo Müller, Head of Energy Solutions bei Elli. „In der Folge optimiert eine Smart-Charging-Funktion automatisch den Prozess. Darüber hinaus sammeln Kunden auf diese Weise Punkte, mit denen sie ihre Stromrechnung um bis zu 100 Euro pro Jahr reduzieren können.“

Der Elli-Partner Powercloud verwaltet nach eigenen Angaben derzeit rund acht Millionen Vertragsverhältnisse mit circa sechs Milliarden Euro Umsatz in der Abwicklung. Weitere 20 Millionen Verträge befinden sich in der Migration. Das Unternehmen nimmt für sich in Anspruch, das am schnellsten wachsende Abrechnungssystem der Branche zu betreiben.

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