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Urbane Mobilität Volkswagen setzt auf Quantencomputer für Verkehrslenkung

| Autor / Redakteur: Sm/Ampnet / Svenja Gelowicz

VW und D-Wave haben auf der Tech-Konferenz „Web Summit“ in Lissabon ein Programm zur Verkehrssteuerung gezeigt, das auf einem Quantencomputer läuft. Verkehrsbetriebe oder Fahrdienstleister sollen so ihre Flotten deutlich effizienter einsetzen können.

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Quantencomputer können hochkomplexe Aufgaben wie die Verkehrsoptimierung weitaus schneller lösen als herkömmliche Super-Rechner. Volkswagen testet nun diese Technik – zunächst in Barcelona.
Quantencomputer können hochkomplexe Aufgaben wie die Verkehrsoptimierung weitaus schneller lösen als herkömmliche Super-Rechner. Volkswagen testet nun diese Technik – zunächst in Barcelona.
(Bild: Volkswagen )

Auf der Technologiekonferenz „Web Summit“ in Lissabon zeigten jetzt Volkswagen und das kanadische Unternehmen D-Wave ein Programm zur Verkehrssteuerung, das auf einem Quantencomputer läuft und Prognosen des urbanen Verkehrsaufkommens durch präzise Berechnungen ersetzt. Verkehrsbetriebe, Taxiunternehmen und Fahrdienstleister sollen damit ihre Flotten deutlich effizienter einsetzen und zugleich die Wartezeit für Fahrgäste minimieren können.

Quantencomputer können hochkomplexe Aufgaben wie die Verkehrsoptimierung weitaus schneller lösen als herkömmliche Super-Rechner. Oft ermöglichen nur sie die Lösung einer komplexen Aufgabe. Neben dem Volkswagen Konzern sehen beispielsweise auch Daimler und IBM in dieser IT-Zukunftstechnologie großes Potenzial für neue Anwendungen im Unternehmen, aber auch für neue Geschäftsmodelle.

Quanten-Algorithmus optimiert den Verkehr

„Wir wollen ein umfassendes Verständnis für unternehmerisch sinnvolle Einsatzmöglichkeiten dieser Technologie erwerben. Die Verkehrsoptimierung zählt mit dazu,“ sagt Florian Neukart, Principal Scientist im CODE Lab von Volkswagen in San Francisco. Für das neu entwickelte Verkehrsleitsystem nutzen die Volkswagen-Experten anonymisierte Bewegungsdaten (von Smartphones oder Transmittern im Fahrzeug), um auf herkömmlichen Rechnern zunächst Verkehrsballungen und Personenaufkommen, also mögliche Fahrgäste, zu ermitteln. Den zweiten Schritt – die Optimierung – übernimmt der Quanten-Algorithmus, für den die Experten verschiedene Optionen vorsehen.

Möglich wäre es beispielsweise, die exakte Zahl an Fahrzeugen vorausschauend verschiedenen Zielorten (sogenannte „Demand Spots“) zuzuteilen, um dort alle wartenden Personen mit einer Transportmöglichkeit zu versorgen. Damit wären Leerfahrten von Taxen und Bussen ebenso wie eine Knappheit von Fahrzeugen an stark nachgefragten Orten vermeidbar. Auch mit Blick auf die Vernetzung von Verkehrsinfrastruktur und Fahrzeugen, besonders autonom fahrender Fahrzeuge, sehen die Volkswagen-Experten Anwendungsmöglichkeiten ihres Algorithmus. Der Algorithmus soll zunächst in Barcelona erprobt werden.

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