Umweltprämie Volumenmarken sind Verlierer

Redakteur: Andreas Grimm, Andree Stachowski

Durch die Umweltprämie gehen vor allem den Volumenmarken Volkswagen, Opel, Ford und Renault Kunden verloren. Von diesen OEMs werden mehr Autos verschrottet als gekauft.

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Die Umweltprämie hat für zahlreiche Fabriakte trotz des kurzfristigen Anstiegs der Zulassungszahlen deutliche Nachteile. Besonders die Volumenmarken verlieren unter dem Strich Kunden, da von ihnen mehr Fahrzeuge verschrottet als nachgekauft werden. Die Gewinner sind dagegen vor allem Fiat, Hyundai, Skoda und Kia, hat eine Berechnung der Strategieberatung Simon-Kucher & Partners ergeben.

Die Marken VW und Opel haben nach den Ergebnissen, die auf Zahlen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle beruhen, einen Anteil von 15,4 bzw. 10,5 Prozent an den wegen der Umweltprämie verkauften Fahrzeugen. Allerdings stammen 22,6 Prozent der verschrotteten Fahrzeuge von VW, 19,5 Prozent von Opel. Folglich ist „die Verschrottungsrate höher als der Neuverkauf“, heißt es in einer Mitteilung der Strategieberatung. Die Markenhersteller verlieren letztlich einen Teil ihrer Kunden.

Wanderung zu kleinen Fabrikaten

Ebenfalls deutliche Einschnitte im Kundenstamm müssen Ford (13,4 zu 8,4 Prozent) und Renault (6,9 zu 4,0 Prozent) hinnehmen. Dagegen sind die Marken Fiat (5,4 zu 7,4 Prozent), Suzuki (1,5 zu 3,0 Prozent), Hyundai (0,9 zu 6,0 Prozent), Skoda (0,7 zu 7,7 Prozent) und Kia (0,4 zu 2,2 Prozent) klare Gewinner.

Deutlich positiv schnitten zudem Peugeot (3,2 zu 4,3 Prozent) und Toyota (2,2 zu 5,3 Prozent) ab. Aber auch Marken, die weniger um Fokus stehen, dürften ihre Kundenbasis erhöht haben. Lada etwa hat im ersten Halbjahr seine Neuzulassungen um 138 Prozent erhöht, Dacia verkaufte nach 10.600 Einheiten in der ersten Hälfte 2008 im Vergleichszeitraum 47.400 Fahrzeuge und Chevrolet legte um 47 Prozent zu.

Faktor Kundenbindung entscheidet

„Jeder dreizehnte Fahrzeugkäufer, der die Abwrackprämie in Anspruch nimmt, entscheidet sich für ein Modell der Marke Skoda, während nur jeder 150. ein Fahrzeug dieser Marke verschrottet“, verdeutlicht Markus Hofer, Partner bei Simon-Kucher & Partners, die Größenordnung der Kundenwanderung. Dieser Nettogewinn an Kunden verbessere auf lange Sicht die Position dieser kleineren Fabrikate deutlich.

Unter anderem würden die neu gewonnenen Kunden in den kommenden Jahren die Auslastung der jeweiligen Markenwerkstätten erhöhen und somit für ein Wachstum im profitablen Aftersalesgeschäft sorgen. Der zentrale Erfolgsfaktor, der sich für die Nettogewinner ergibt, sei eine hohe Kundenzufriedenheit in den kommenden Jahren. Damit könnten diese Hersteller die Markenerstkäufer zu loyalen Kunden machen und ihre Marktanteile langfristig weiter erhöhen.

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