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Sartre Volvo Trucks testet Platooning

| Redakteur: Stephan Richter

Im Rahmen des EU-Projekts Sartre testet der schwedischen Nutzfahrzeughersteller Volvo Trucks das Platooning: Eine Technologie, bei der Fahrzeuge ihre Fahrweise selbsttätig den Vorgaben eines Führungsfahrzeugs anpassen.

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Der Nutzfahrzeughersteller Volvo Trucks testet derzeit auf seinem Versuchsgelände in Schweden das so sogenannte Platooning. Hierbei handelt es sich um eine Technologie, bei der mehrere Fahrzeuge in kurzen Abständen einem Führungsfahrzeug folgen, bei dem ein Berufsfahrer am Steuer sitzt. Übersetzt bedeutet „Platooning“ in etwa „Kolonne bilden“.

Jedes Fahrzeug misst den Abstand, die Geschwindigkeit sowie die Richtung des Vordermanns und setzt diese Parameter in der eigenen Fahrweise um. Innerhalb der Kolonne gibt es keinerlei feste Verbindungen, so dass diese jederzeit verlassen werden kann. Die Fahrer könnten sich somit während der Fahrt anderen Dingen widmen.

Mehr Sicherheit, weniger Emissionen

Volvo Trucks führt die Testreihe im Rahmen des EU-Projekts Sartre (Safe Road Trains for the Environment) durch. Ziel sei es Kraftstoff zu sparen und die Verkehrssicherheit zu erhöhen, erklärt Carl Johan Almqvist, Leiter Verkehrs- und Produktsicherheit bei Volvo Trucks. Dahinter steht die Erkenntnis, dass 80 Prozent aller Verkehrsunfälle laut Volvo Trucks auf den Faktor Mensch zurückgehen. Beim Platooning soll einerseits dieses Risiko entfallen und andererseits die CO2-Emission um 20 Prozent sinken.

Da die Fahrzeuge in einem Abstand von nur wenigen Metern fahren, soll Platooning auch das Problem von Verkehrsstaus mildern. „Ein gut geschulter Berufskraftfahrer, der die Kolonne anführt, ist ein wichtiger Faktor, um die Sicherheit in dem Projekt zu gewährleisten“, ergänzt Erik Nordin von Volvo Technology.

Rechtliche Bestimmungen fehlen

Bei der ersten Demonstration auf einer Überlandstrecke testete der Lkw-Hersteller das Platooning bislang mit einem Führungsfahrzeug und einem einzelnen nachfolgenden Fahrzeug. Volvo Trucks rechnet damit, die neue Technologie in wenige Jahren zur Produktionsreife zu bringen. Dennoch fehlen noch die gesetzlichen Bestimmungen: 25 EU-Staaten müssen ähnliche Gesetze auf den Weg bringen, damit die Umsetzung erfolgen kann.

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