SAE Level 3 Volvo will automatisiertes Fahren in den USA starten

| Aktualisiert am 14.01.2022Quelle: sp-x/ls

Hände weg vom Lenkrad, Blick von der Straße: Volvo will bis Mitte des Jahres Tests mit Level-3-Autonomie auf kalifornischen Straßen starten.

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Ein Lidar-Sensor, fünf Radare, acht Kameras und 16 Ultraschallsensoren: Im kommenden XC90 will Volvo Autonomie nach Level 3 einsetzen.
Ein Lidar-Sensor, fünf Radare, acht Kameras und 16 Ultraschallsensoren: Im kommenden XC90 will Volvo Autonomie nach Level 3 einsetzen.
(Bild: Volvo)

Volvo will mit dem automatisierten Fahren in Serie starten. Zunächst allerdings nur in Kalifornien, wo das „Drive Pilot“ genannte Fahrerassistenzsystem im Nachfolger des aktuellen XC90 zur Verfügung stehen soll. Das Modell will Volvo noch in diesem Jahr vorstellen. Andere Märkte sollen folgen.

Die Technik ermöglicht das Fahren auf Autonomie-Level 3 (nach SAE). Das heißt: Der Mensch kann auf geeigneten Autobahnabschnitten die Hände dauerhaft vom Lenkrad lassen und die Augen komplett vom Verkehr abwenden. Für Notfälle muss er jedoch jederzeit eingriffbereit bleiben. Die Funktion ist zudem auf einen Geschwindigkeitsbereich beschränkt, den Volvo noch nicht näher benennt.

Im Moment befindet sich das System noch in der Testphase in Schweden, zudem sammelt der Hersteller nach eigenen Angaben Daten in „ganz Europa und den USA“. Sobald die Genehmigung der kalifornischen Straßenverkehrsbehörde DMV vorliegt, sollen die Tests bis Mitte des Jahres auch auf kalifornischen Straßen starten. Zum Startzeitpunkt in Europa machte der Autohersteller keine Angaben. Eine Nachrüstung des Systems bei anderen Volvo-Pkw ist nicht möglich.

30 Sensoren für den Rundumblick

Volvo arbeitet zusammen mit den Unternehmen Zenseact und Luminar an der Sensortechnik und Software inklusive drahtloser Over-the-Air-Updates. Die Sensorik besteht laut Hersteller aus mehr als zwei Dutzend Sensoren, die mit der Software zusammenarbeiten. Unter den Sensoren ist unter anderem ein Iris-Lidar-Sensor von Luminar. Hinzu kommen fünf Radare, acht Kameras und 16 Ultraschallsensoren. Volvo will die Technik serienmäßig im neuen vollelektrischen XC90 einsetzen.

Drive Pilot per Abo freischalten

Zur Zielgruppe zählen unter anderem Geschäftsleute, die auf der morgendlichen Fahrt im Stop-and-Go-Verkehr bereits Arbeit erledigen wollen. Diese könnten das Assistenzsystem künftig im Rahmen einer Art Abomodell gegen Gebühr zeitweise oder dauerhaft freischalten. Zu den Kosten macht der Hersteller noch keine Angaben. Als Sensoren nutzt Volvo neben Radar und Kamera auch einen Laserscanner – eine Technik, die aktuell noch als relativ kostspielig gilt. Die Hardware wird bei jedem gebauten Fahrzeug serienmäßig an Bord, aber nicht aktiv sein.

Level-3-Technik in Deutschland

Mit der Einführung des automatisierten Fahrens zählt Volvo zu den Vorreitern der Technik. In Deutschland will Mercedes in Kürze ein Level-3-System anbieten, Audi hat die nötige Technik beim A8 bereits seit 2017 an Bord, darf sie bislang aber unter anderem aus rechtlichen Gründen nicht aktivieren.

Weitere Hersteller dürften in den kommenden Monaten ebenfalls Fortschritte bei der Level-3-Technik verkünden. Parallel arbeitet die Branche am vollautomatisierten Fahren auf Autonomie-Level 4; die Technik ist allerdings weniger für den Privatkundenmarkt als für den Einsatz in Robotaxis von Mobilitätsdienstleistern gedacht. Auch Volvo entwickelt diese Technik, unter anderem im Rahmen einer Kooperation mit der Google-Schwester Waymo.

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