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Abgasskandal VW-Chef Müller hinterfragt Volumenstrategie

| Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Jens Scheiner

Im Rahmen einer Telefonkonferenz zu den Quartalsergebnissen, an der auch unser Schwestermagazin „kfz-betrieb“ teilnahm, äußerte sich der neue VW-Chef auch zu den Unternehmenszielen.

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Konzern-Chef Matthias Müller will das Unternehmen neu ausrichten.
Konzern-Chef Matthias Müller will das Unternehmen neu ausrichten.
(Foto: VW)

Der Volkswagen-Konzern will sich neu ausrichten. Statt rein auf das Volumen zu schielen, will der neue VW-Chef „qualitatives Wachstum“ in den Vordergrund rücken. Für Mitte nächsten Jahres kündigte er einen neuen Strategieplan an.

Konkret wollte sich Müller zu den Plänen noch nicht äußern. Mit dem Konzept „Strategie 2025“ will er Winterkorns Plan „Strategie 2018“ weiterentwickeln. „Viele außerhalb von Volkswagen, aber zum Teil auch bei uns, haben nicht richtig verstanden, dass es bei der Strategie 2018 um viel mehr geht als um Stückzahlen. Dem ,Höher, Schneller, Weiter‘ wurde vieles untergeordnet, vor allem die Umsatzrendite“, kritisierte Müller. Das soll sich nun ändern.

Mehr Eigenständigkeit der Marken und Regionen

Müller kündigte erneut an, im VW-Imperium keinen Stein auf dem anderen zu lassen. Die Marken und Regionen sollen künftig mehr Eigenständigkeiten bekommen. „Der Kernpunkt ist: Unser Konzern wird künftig dezentraler geführt.“ Zudem strebt er eine Neuausrichtung der Firmenkultur und des Führungsverhaltens an. Müller will vor allem den Umgang mit Fehlern im Unternehmen verändern. „Wir brauchen eine Kultur der Offenheit und der Kooperation.“ Müller forderte im kollegialen Umgang miteinander zudem mehr Mut, mehr Kreativität und mehr Unternehmertum. Damit einher soll auch eine schärfere Trennung der Marken gehen. Vor allem Volkswagen, Seat und Skoda gelte es klarer zu positionieren, kündigte Müller an. Dies sei Aufgabe des neuen Konzernstrategen Thomas Sedran.

Den drei langfristig ausgerichteten Prioritäten fügte Müller noch zwei eher kurzfristige Ansätze im Kampf gegen das Diesel-Desaster hinzu: Volkswagen arbeite intensiv an effektiven technischen Lösungen, bekräftigte Müller erneut. Die Umsetzung beginne in Abstimmung mit dem Kraftfahrt-Bundesamt im Januar 2016. Zudem strebe er eine Aufklärung der Ereignisse in aller Konsequenz an.

Stabile Auftragseingänge

Bislang scheinen die Kunden dem Hersteller noch die Treue zu halten. „Bei den Auftragseingängen gibt es noch keine relevanten Auswirkungen“, sagte Axel Kalthoff, der bei Volkswagen für Vertriebssteuerung zuständig ist. Demnach gebe es bislang weder bei der Gesamtzahl der Auftragseingänge noch bei den Auftragseingängen nach Dieselfahrzeuge relevante Auswirkungen. Allerdings sei es von Land zu Land unterschiedlich. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres lag der Konzernabsatz knapp unter Vorjahresniveau. Während im Pkw-Bereich die Tochtermarken überwiegend leicht im Plus waren, verbuchte die Kernmarke einen Rückgang von 4,7 Prozent auf 4,35 Millionen Pkw.

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