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Abgasaffäre VW-Chef Müller: „Wir werden diese Krise bewältigen“

| Autor / Redakteur: Ampnet / Jens Scheiner

Der neue Volkswagen-Chef Matthias Müller hat eine „schnelle und schonungslose Aufklärung" der Abgasaffäre versprochen.

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Der neue Volkswagen-Chef Matthias Müller hat eine „schnelle und schonungslose Aufklärung“ der Abgasaffäre versprochen.
Der neue Volkswagen-Chef Matthias Müller hat eine „schnelle und schonungslose Aufklärung“ der Abgasaffäre versprochen.
(Foto: VW)

Was passiert sei, widerspreche allem, für was der Konzern und seine Menschen stünden und sei durch nichts zu entschuldigen, sagte der Vorstandsvorsitzende heute (6. Oktober) der Belegschaft auf der Betriebsversammlung in Wolfsburg.

Vor mehr als 20.000 Mitarbeitern machte Müller deutlich, dass die derzeitige Krise neben dem noch gar nicht abzusehenden riesigen finanziellen Schaden vor allem eine Vertrauenskrise sei: „Weil es hier um den Kern unseres Unternehmens und unseres Selbstverständnisses geht: um unsere Autos.“ Solidität, Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit, so der frühere Porsche-Chef, gehörten zum Markenkern von Volkswagen: „Unsere wichtigste Aufgabe wird es deshalb sein, verlorenes Vertrauen wieder zu gewinnen – bei unseren Kunden, Partnern, Investoren und der gesamten Öffentlichkeit.“ Der erste Schritt dorthin sei die schnelle und schonungslose Aufklärung. „Nur wenn alles auf den Tisch kommt, nur wenn wir alles lückenlos aufarbeiten, nur dann werden uns die Menschen wieder vertrauen“, betonte der Konzernchef.

Viele Fragen, aber noch keine Antworten

Der Vorstandsvorsitzende warb um Verständnis, dass auch er auf viele Fragen noch keine Antwort habe: „Glauben Sie mir: Auch ich bin ungeduldig. Aber in dieser Situation, in der wir es mit vier Marken und vielen Modellvarianten zu tun haben, ist Sorgfalt noch wichtiger als Tempo.“

In diesen Tagen sollen die betroffenen Kunden informiert werden, dass das Abgasverhalten ihres Fahrzeugs nachgebessert wird. Zudem hat Europas größter Automobilhersteller Webseiten eingerichtet, auf denen Kunden anhand der Fahrgestellnummer überprüfen können, ob ihr Fahrzeug betroffen ist. Volkswagen werde nun den zuständigen Behörden – allen voran dem Kraftfahrtbundesamt – kurzfristig die technischen Lösungen vorstellen und um deren Genehmigung bitten, kündigte Matthias Müller an. Teilweise werde dabei die Überarbeitung der Software ausreichen. Bei einem Teil der Fahrzeuge seien aber auch zusätzliche Eingriffe an der Hardware notwendig. Der Konzernchef stellte gleichzeitig klar, dass alle fraglichen Fahrzeuge technisch sicher und fahrbereit seien: „Zu keinem Zeitpunkt war die Sicherheit unserer Kunden gefährdet. Und vor allem: Alle Euro-6-Dieselfahrzeuge erfüllen die gesetzlichen Bestimmungen und Umweltvorgaben.“

Wegen der noch nicht abzuschätzenden finanziellen Auswirkungen stellt VW nach Müllers Angaben „alle geplanten Investitionen noch einmal auf den Prüfstand.“ Was nicht zwingend nötig ist, soll gestrichen oder geschoben werden. Das werde nicht ohne Schmerzen gehen konstatierte Müller. Gleichzeitig dürfe man aber auch nicht an der Zukunft sparen. Den Mitarbeitern versicherte er, man werde alles daran setzen, dass Volkswagen auch in Zukunft für gute und sichere Arbeitsplätze stehe.

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