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Fahrbericht VW E-Golf: 100 Prozent elektrisch

| Autor / Redakteur: sp-x / Dipl.-Päd. Gerd Steiler

VW bringt den E-Golf im Sommer auf den Markt. Doch die Zielgruppe für den Stromer dürfte eher begrenzt sein. In 190 Kilometern Reichweite sehen viele Käufer nach wie vor ein Problem.

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Kompaktwagen fürs grüne Gewissen: Volkswagen biringt den lange angekündigten E-Golf im Sommer auf den deutschen Markt.
Kompaktwagen fürs grüne Gewissen: Volkswagen biringt den lange angekündigten E-Golf im Sommer auf den deutschen Markt.
(Foto: VW)

Einsteigen in den E-Golf und den Schlüssel umdrehen. So weit merkt man eigentlich keinen Unterschied zur konventionellen Ausgabe. Doch es bleibt gespenstisch ruhig. Dass der Wagen den Startbefehl tatsächlich angenommen hat, ist ihm nicht anzuhören. Man sieht es aber an der grünen Leuchte „ready“ im Kombiinstrument. Jetzt, da der Blick die Skalen genauer inspiziert, fallen weitere Unterschiede auf: Einen Drehzahlmesser sucht man vergebens im Golf, der nach langen Ankündigungen endlich auf die Straße gelassen wird. Ab Sommer ist er zum Einstiegspreis von 34.900 Euro zu haben und präsentiert sich recht ordentlich ausstaffiert mit Klimaanlage, LED-Scheinwerfer und Bildschirm-Navigation.

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Spezielle Reifen sind Pflicht

Er fährt immer als Fünftürer vor und steht auf schicken Leichtmetallrädern im 16-Zoll-Format. Deren spezifisches Design mit der glatten Oberfläche sowie die Größe sind Pflicht für den 85 kW/115 PS starken Wolfsburger. Die Reifen mit optimiertem Rollwiderstand sparen Energie und erhöhen damit die Reichweite des Elektro-Golf. Auch die Aerodynamik verbesserten die Techniker um rund zehn Prozent gegenüber den klassischen Golf-Modellen. Wer energieintensive Verbraucher einschaltet, erntet mahnende Meldungen vom Bordcomputer: Dieser zeigt, wie man durch verschiedene Befehle, beispielsweise die Reduktion der Kühlleistung, Strom sparen kann.

Unten stark, oben schwach

Strom ist das zentrale Problem beim Elektroauto beziehungsweise dessen Akku, wie Tino Laue von der Gesamtfahrzeugentwicklung weiß. Deshalb versucht man, das Fahrzeug von Beginn an so sparsam wie möglich zu entwickeln. Allerdings werden 17-Zöller später nachgereicht, verrät er. Schließlich möchte man die Kunden ja auch mit optischen Reizen ködern. Und davon bietet der E-Golf tatsächlich eine ganze Reihe. Das Tagfahrlicht – ebenso wie die Hauptscheinwerfer in LED – erstreckt sich in einem hübsch gestalteten Leuchtband über den gesamten Stoßfänger und gibt Kennern einen Hinweis auf die Antriebsart.

Ampelsprint ohne Geräusche

Doch auch nicht Eingeweihte merken schnell, dass unter der weißen Haube des Testwagens kein herkömmlicher Verbrenner sitzt. Denn die Geräuschentwicklung passt so gar nicht zum giftigen Ampelsprint. Der Wolfsburger Stromer reißt bereits auf den ersten Metern kräftig an, so ist das eben, wenn 270 Newtonmeter Drehmoment aus dem Stand heraus wirken. Nur oben herum wird er etwas zäher – und nähert sich der angegebenen Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h nur langsam.

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