Wirtschaft

VW: Elektro-Offensive kostet 7.000 Arbeitsplätze

| Autor / Redakteur: dpa / Christoph Seyerlein

In den VW-Fertigungswerken Emden und Hannover entfallen laut eines Zeitungsberichts in den kommenden Jahren 7.000 Stellen.
In den VW-Fertigungswerken Emden und Hannover entfallen laut eines Zeitungsberichts in den kommenden Jahren 7.000 Stellen. (Bild: Volkswagen)

Die Elektrooffensive von Volkswagen macht einem Zeitungsbericht zufolge 7.000 Stellen in den Werken Hannover und Emden überflüssig. Mitarbeitern die nicht altersbedingt oder freiwillig gehen will der Konzern aber offenbar Alternativen anbieten.

Der künftig starke Fokus auf die Elektromobilität macht bei Volkswagen in den kommenden Jahren tausende Stellen überflüssig. Der Autohersteller werde an den beiden Standorten Hannover und Emden Jahren rund 7.000 Arbeitsplätze abbauen – rund ein Drittel der insgesamt 22.000 Stellen, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) am Freitag (21. Dezember) unter Berufung auf interne Planungen des Konzerns.

Bis zu 4.000 Stellen in Hannover und bis zu 3.000 in Emden sollen gestrichen werden. Dies sei aber nur auf freiwilliger Basis möglich. In Hannover blieben dann gut 10.000 Beschäftigte, in Emden etwa 6.000. Hintergrund ist, dass die Produktion von Elektroautos als weniger aufwendig gilt. Um die Umstellung an den beiden Standorten abzufedern, wurde eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2028 vereinbart.

Der Arbeitsplatzabbau solle, wie im Vertrag zur Beschäftigungssicherung im November vereinbart, sozialverträglich über natürliche Fluktuation und Altersteilzeit erfolgen. Befristet Beschäftigten will Volkswagen demnach Verträge bei Porsche und im VW-Werk in Kassel anbieten. Gleichzeitig könnten nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur Zukunftsjobs rund um den Megatrend Digitalisierung in den Werken entstehen. Der Konzern lehnte einen Kommentar ab.

Keine betriebsbedingten Kündigungen

Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte in der Vergangenheit mehrfach davor gewarnt, dass die Elektrifizierung viele Stellen kosten könne und der Konzern für betroffene Mitarbeiter Perspektiven aufzeigen müsse. Zum FAZ-Bericht hat sich Osterloh bislang aber ebenso wenig wie Volkswagen selbst geäußert.

Unlängst hatte VW-Konzernchef Herbert Diess angekündigt, es werde an den beiden Standorten keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Der bisher in Emden gefertigte Passat wird künftig nach Tschechien zu Skoda verlagert. In Emden selbst will VW von 2022 an elektrische Kleinwagen und Limousinen mehrerer Konzernmarken produzieren. Vom selben Jahr an soll in Hannover der vollektrische Bulli I.D. Buzz vom Band laufen, aber auch der klassische Bulli soll dort weiter entstehen. Zusätzlich soll dort laut Konzernbetriebsrat ein großes Elektrofahrzeug vom Band rollen.

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