Fahrbericht VW Golf 1.6 TDI: sinnvoll kombiniert

Autor / Redakteur: Wolfgang Pester / Claus-Peter Köth

Aus unseren Testfahrten mit diversen Golf-Modellen empfiehlt sich – allen Diskussionen zum Trotz – ein Diesel als „Rightsizing Car“. Der Golf 1.6 TDI BlueMotion Technology mit 7-Gang-DSG ist Maßstab in seinem Segment.

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Aus unseren Testfahrten mit diversen Golf-Modellen empfiehlt sich – allen Diskussionen zum Trotz – ein Diesel als „Rightsizing Car“.
Aus unseren Testfahrten mit diversen Golf-Modellen empfiehlt sich – allen Diskussionen zum Trotz – ein Diesel als „Rightsizing Car“.
(Foto: Volkswagen)

Die untere Mittelklasse wird auch als Golfklasse bezeichnet. Denn seit dem Auftreten des VW Golf vor mehr als 40 Jahren, ist er der Bestseller in dem Segment. In den vergangenen Jahren wuchs die Anzahl seiner Gegner, die sich heute auf rund 40 Wettbewerber summieren. Dennoch hat sich der Golf behauptet und fand 2015 in Deutschland mehr als 255.000 Käufer. Der Marktanteil liegt auch in diesem Jahr wieder gut über 30 Prozent. Insgesamt wuchs das Segment von Januar bis Oktober um 5,8 Prozent auf rund 715.000 Einheiten, wobei der Golf mit mehr als 230.000 Einheiten unangefochten die Spitze hält, weit vor dem Audi A3 mit 49.000 Neuzulassungen.

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Fünf Motorisierungen

Fahrer und Beifahrer haben im gut verarbeiteten Golf viel Platz, ihre Kopffreiheit ist hoch; beide können fast 1,95 Meter lang sein. Die Breite des Innenraums ist großzügig bemessen, auch im Fond, wo die Insassen bis etwa 1,85 Meter Länge bequem sitzen. Das Cockpit ist ergonomisch gestaltet, die Bedienung selbsterklärend. Doch welche Motorisierung ist die Richtige? Die Angebotspalette umfasst drei Turbo-Benzin-Direkteinspritzer mit fünf Leistungen für den „Normalo“: den 1.2 TSI mit 63 kW/85 PS und 81 kW/110 PS, den 1.0 TSI mit 85 kW/115 PS sowie den 1.4 TSI mit 92 kW/125 PS und 110 kW/150 PS. Zum Dieselmotorenangebot gehören zwei Turbo-Direkteinspritzer (TDI) mit 81 kW/110 PS (1.6 TDI) und 110 kW/150 PS (2.0 TDI).

Bis zu 300 PS möglich

Für lustvolles Fahrgefühl mit „Spritspareffekt“ gibt es im Golf GTD den 2,0-Liter-TDI mit 135 kW/184 PS. Doch diese Leistung toppt der Benziner im GTI 2.0 TSI mit maximal 169 kW/230 PS sowie der im Golf R, der beim vollen Einsatz seiner 221 kW/300 PS zum Renner wird. Überdies gibt es für umweltorientiertes Fahren den Golf Plug-in-Hybrid GTE mit einer Systemleistung von 150 kW/204 PS und den e-Golf mit 85 kW/115 PS. Freilich gibt es neben den Fünf- und Sechsgang-Handschaltgetrieben zur Kraftübertragung das Doppelkupplungsgetriebe. Je nach Version ist es als Sieben- oder Sechsgang-DSG ausgeführt. Und auch der Allradantrieb 4Motion gehört in Kombination mit 1.6 TDI und 2.0 TDI (110 kW/150 PS) zum Angebot, beim Golf R werden generell alle Räder angetrieben.

Empfehlung: der 1.6-Liter-Diesel

Gibt es nun eine allgemeine Empfehlung aus dem breiten Angebot? Schon, wenn die individuelle Lustkomponente unberücksichtigt bleibt. Aus den von uns durchgeführten Testfahrten mit diversen Golf-Modellen empfiehlt sich der Golf 1.6 TDI BlueMotion Technology (BMT) mit 7-Gang DSG als „Rightsizing Car“ – richtiger Motor, richtige Leistung und geringster Kraftstoffverbrauch. Der 1,6-Liter-Vierzylinder-TDI ist laufruhig und sehr vibrationsarm, er schüttelt sich nicht beim Kaltstart und ist kein „Brummer“. Der EU6-Motor leistet 81 kW/110 PS bei 3.200 U/min bis 4.000 U/min und stemmt sein maximales Drehmoment von 250 Newtonmeter bei 1.500 U/min bis 3.000 U/min auf die Kurbelwelle. In etwas mehr als zehn Sekunden beschleunigt er aus dem Stand auf 100 km/h; maximal ist eine Geschwindigkeit von 195 km/h möglich.

Das DSG überzeugt

Der Wagen fährt sicher und angenehm. Er besitzt eine gute Fahrstabilität, selbst bei abrupten Spurwechseln bei hohen Geschwindigkeiten, reagiert direkt auf Lenkbefehle und hat ein neutrales Fahrverhalten. Assistenz erhält der Fahrer vom Stabilitätsprogramm ESP, das, wenn notwendig, dezent und früh eingreift. Das DSG meistert die Kraftübertragung perfekt. Kaum merkbar für den Fahrer sind die Schaltabläufe. In der separaten Schaltgasse des DSG sind die Stufen auch manuell zu wählen – optional gibt es diese Wahlmöglichkeit über Schaltpaddels am Lenkrad. Nach der Fahrt mit dem 1.6 TDI BMT mit 7G-DSG ist ein Handschaltgetriebe lediglich zweite Wahl.

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Guter Verbrauch im Test

Bei einem Diesel-Pkw ist unter anderem der Verbrauch ein Kaufargument. Nach dem VW-Fiasko mit Dieselmotoren erklärte der Konzern jetzt, dass die publizierten CO2- und damit auch Verbrauchswerte für einige Modelle unzutreffend seien, und prüft derzeit, welche Modelle konkret betroffen sind. Das betrifft die Messung auf dem obligatorischen Rollenprüfstand im Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ). Vor der Überprüfung wurde für den Golf 1.6 TDI BMT mit 7G-DSG im NEFZ ein Verbrauchswert „kombiniert“ von 3,9 l/100 km angegeben, das entspricht 104 g CO2/km. Im Fahralltag liegt der Verbrauch zwangsläufig über dem „NEFZ-Laborwert“. Unsere Straßenfahrten belegten aber, dass der Golf 1.6 TDI BMT mit 7G-DSG ein Schotte ist: Im Fahrzeugtest begnügte sich unser Prüfling bei einem Autobahnanteil von 25 Prozent mit durchschnittlich 5,6 Liter Diesel je 100 km. Das ist ein Verbrauch, der Maßstab in der unteren Mittelklasse ist. Ebenso die Reichweite, die mit einem vollen Tank rund 900 Kilometer beträgt.

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Einstieg bei 24.650 Euro

Beim Preis sieht es anders aus: Der viertürige Golf Trendline BlueMotion Technology 1.6 TDI startet mit 7G-DSG ab 24.650 Euro. Die Liste der Sonderausstattungen ist lang und erfüllt viele Wünsche zu Entertainment, Konnektivität sowie Assistenz- und Sicherheitssystemen. Leider geht mit dem Grad der Individualisierung auch der Preis rasant nach oben.

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