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Fahrbericht VW Golf Sportsvan: Dynamischer Nachfolger

Autor / Redakteur: Claus-Peter Köth / Jens Scheiner

Mit dem neuen Golf Sportsvan löste Volkswagen Mitte 2014 den Golf Plus ab, der alleine in Deutschland mehr als 500.000 mal verkauft wurde. Der Sportsvan macht optisch seinem Namen alle Ehre, und er fährt sich auch deutlich dynamischer als der Vorgänger.

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Der VW Golf Sportsvan macht nicht nur optisch seinem Namen alle Ehre. Die Preisliste beginnt bei 19.975 Euro für den 1.2 TSI mit 63 kW.
Der VW Golf Sportsvan macht nicht nur optisch seinem Namen alle Ehre. Die Preisliste beginnt bei 19.975 Euro für den 1.2 TSI mit 63 kW.
(Foto: Jens Scheiner)

Technisch folgt der VW Golf Sportsvan dem Layout des modularen Querbaukastens (MQB). Dank Leichtbau sank das Gewicht um bis zu 90 Kilogramm. Mit 4.338 Millimeter von Stoßfänger zu Stoßfänger ist der Sportsvan 134 Millimeter länger als der abgelöste Golf Plus, 83 mm länger als der klassische Golf und 224 mm kürzer als der Variant. In der Höhe zeigen Sportsvan und Golf Plus ohne Dachreling das nahezu identische Maß (1.578/1.580 mm); der Golf ist 126 mm flacher, der Variant (ohne Dachreling) misst in der Höhe 117 mm weniger.

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Dank des verlängerten Radstands und des um 47 Millimeter verlängerten hinteren Überhangs bietet der Wagen im Fond deutlich mehr Platz als der Vorgänger. Das Stauvolumen beträgt maximal 1.520 Liter. Selbst 1,90-Meter-Personen können bequem hintereinander sitzen. Insbesondere dann, wenn die um 180 Millimeter längs verstellbare Rückbank am hinteren Anschlag angekommen ist.

Für viel Licht sorgt das große, optionale Panoramaschiebedach, dessen transparente Fläche sich bis in den Fond erstreckt. Gab es im Golf Plus noch eine sehr aufrechte Schalttafel, ist diese im Sportsvan nun flacher und breiter, mit fahrerorientierter Mittelkonsole samt Touchscreen, Klimafunktionen und Schaltung.

Zwischen Fahrer und Beifahrer befindet sich zudem serienmäßig eine Mittelarmlehne (höhen- und längseinstellbar) mit einem dort integrierten Staufach samt zwei Cupholdern. Weitere Fächer befinden sich in den Türverkleidungen (vorn mit Ablagemöglichkeit für eine 1,5-Liter-Flasche, hinten für eine 1-Liter-Flasche). Ab der Ausstattungslinie „Comfortline“ ist der Sportsvan zudem mit Schubladen unter den Vordersitzen sowie Taschen und Klapptischen an den Rückseiten der Vordersitze ausgerüstet.

Fünf Otto- und zwei Dieselmotoren

Neu konzipiert wurden nicht nur die Karosserie und der Innenraum, sondern auch die Motoren. Sie sind serienmäßig mit einem Start-Stopp-System ausgerüstet, dessen Abstimmung bei unserem Testwagen in Verbindung mit dem 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) jedoch den gewohnten VW-Komfort vermissen ließ. Die fünf Turbobenzin-Direkteinspritzer (TSI) leisten 63 kW/85 PS, 81 kW/110 PS, 85/115 PS, 92 kW/125 PS und 110 kW/150 PS. Das Spektrum der Turbodiesel-Direkteinspritzer (TDI) deckt zwei Leistungsstufen mit 81 kW/110 PS und 110 kW/150 PS ab. Bis auf den 63-kW-TSI sind alle Motoren optional mit einem DSG verfügbar.

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Wir waren mit dem Turbodiesel-Direkteinspritzer (TDI)-Motor mit 110 kW/150 PS und DSG unterwegs. Im Durchschnitt verbrauchte der Wagen zwischen 6,1 und 6,3 Liter auf 100 Kilometer, und damit etwa 1,5 Liter mehr als die im Normzyklus gemessenen 4,7 Liter oder 122 g CO2 pro Kilometer. Seine Höchstgeschwindigkeit ist mit 210 km/h angegeben. Optional steht für den Sportsvan die adaptive Fahrwerksregelung DCC im Angebot. Sie bietet die drei Fahrmodi „Comfort“, „Normal“ und „Sport“, die nunmehr auch innerhalb der Fahrprofilauswahl über den Touchscreen in der Mittelkonsole ausgewählt und angezeigt werden können. Insgesamt stehen vier Profile zur Verfügung: „Eco“, „Sport“, „Normal“ und „Individual“; in Verbindung mit DCC kommt noch „Comfort“ hinzu. Im „Eco“ werden die Motorsteuerung, die Klimaanlage und weitere Nebenaggregate verbrauchsoptimal gesteuert. Darüber hinaus steht bei den DSG-Fahrzeugen eine Segelfunktion zur Verfügung; geht der Fahrer vom Gas – etwa bei Passagen mit Gefälle – kuppelt das Getriebe aus und der Motor läuft im Leerlauf.

Gute Basisausstattung – nach oben ohne Grenzen

Analog zum klassischen Golf und Golf Variant wird auch der Sportsvan in den Ausstattungen „Trendline“, „Comfortline“ und „Highline“ angeboten. Bereits die Grundversion hat Serienfeatures wie die elektronische Differenzialsperre XDS+, die neue Multikollisionsbremse, LED-Kennzeichenbeleuchtung, Wärmeschutzverglasung, einen in der Höhe einstellbaren Fahrersitz, Klimaanlage, eine Reifenkontrollanzeige, die neue elektronische Parkbremse inklusive Auto-Hold-Funktion, einen 5-Zoll-Touchscreen, einen variablen Ladeboden, eine Gepäckraumabdeckung und die vom Kofferraum oder Fond aus zu bedienende Entriegelung der Rücksitzlehnen an Bord. Ferner ist der Sportsvan mit sieben Airbags, dem elektronischen Stabilisierungsprogramm ESC, sicherheitsoptimierten Kopfstützen vorn und der Warnblinkautomatik bei einer Vollbremsung serienausgestattet.

Darüber hinaus kann der Sportsvan nahezu grenzenlos individualisiert werden. Ab dem 5,8-Zoll-Display besitzen die Radio- und Radio-Navigationssysteme zum Beispiel eine Näherungssensorik: Sobald sich ein Finger des Fahrers oder Beifahrers dem Touchscreen nähert, schaltet das Infotainmentsystem automatisch vom Anzeige- in den Bedienmodus – die via Touchscreen aktivierbaren Elemente werden besonders hervorgehoben.

Die Preisliste für den VW Golf Sportsvan beginnt bei 19.975 Euro für den 1.2 TSI mit 63 kW. Unser 2.0 TDI mit 150 PS und DSG startet bei beachtlichen 30.750 Euro. Insgesamt liegt der Preisunterschied zu einem vergleichbaren Golf bei rund 2.500 Euro – ob das angemessen ist für ein mehr an Platz und eine höhere Sitzposition, muss jeder für sich selbst entscheiden.

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 Claus-Peter Köth

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