CeBIT 2014 VW Konzern zeigt umfangreiche Präsenz auf Computermesse

Redakteur: Michael Ziegler

Der Volkswagen Konzern präsentiert sich auf der CeBIT 2014 mit den Marken Audi, MAN, Porsche, Volkswagen, Volkswagen Nutzfahrzeuge und Volkswagen Financial Services. Mit dem Modell „James 2025" zeigt Audi wie das pilotierte Fahren der Zukunft aussehen könnte.

Firmen zum Thema

Audis „James 2025“: Ein kompakter, elektrisch nach oben ausfahrender Bildschirm im Blickfeld des Fahrers – ein virtuelles Cockpit – ersetzt die analogen Instrumente.
Audis „James 2025“: Ein kompakter, elektrisch nach oben ausfahrender Bildschirm im Blickfeld des Fahrers – ein virtuelles Cockpit – ersetzt die analogen Instrumente.
(Foto: Audi)

Bei „James 2025" handelt es sich um ein Simulationsmodell des Fahrzeuginnenraums eines zukünftigen Audi. Ein kompakter, elektrisch nach oben ausfahrender Bildschirm im Blickfeld des Fahrers – ein virtuelles Cockpit – ersetzt die analogen Instrumente. Das zweite Anzeigeinstrument, ein zentraler Monitor, steht oben mittig auf der Instrumententafel. Sobald der Punkt auf der Fahrstrecke erreicht ist, an dem ein vom System zugelassenes pilotiertes Fahren möglich ist, drückt der Fahrer zwei Tasten im Lenkradkranz und das Auto übernimmt die Fahraufgabe. Etwa 20 Sekunden vor Erreichen des Punkts, an dem das pilotierte Fahren enden wird, kehrt die Instrumententafel in ihren Ausgangszustand zurück. Das Display für den pilotierten Fahrvorgang verschwindet, das virtuelle Cockpit fährt wieder aus und zeigt dem Fahrer den Countdown für die Übernahme an. Mit dem Audi A3 Sportback e-tron1, einem Plug-In Hybrid Fahrzeug mit einer elektrischen Reichweite von bis zu 50 Kilometern, ergänzt Audi seinen Auftritt auf der CeBIT.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Im Mittelpunkt des Porsche Auftritts steht der Panamera S E-Hybrid2. Mit 416 PS (306 kW) Systemleistung, einer Beschleunigung in 5,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und 270 km/h Höchstgeschwindigkeit gehört er zu den sportlichsten Plug-In-Hybriden. Die elektrische Reichweite des Panamera S E-Hybrid liegt im NEFZ bei 36 Kilometern.

Für den Panamera S E-Hybrid spielt die Vernetzung von Fahrzeug und Fahrer über ein Smartphone eine besondere Rolle, da somit spezielle Funktionen wie das externe Aufladen der Hochvolt-Batterie transparenter werden. Der Fahrer kann mit der Smartphone-App wichtige Informationen über das Fahrzeug abrufen und steuern. Die Funktionen von E-Mobility sind in vier Menübereiche unterteilt: Ladestatusübersicht, Reichweiten-Management, Lade-Timer und optional Fernsteuerung der Standklimatisierung.

Volkswagen zeigt seine Elektro-Flotte

Der Messeauftritt der Marke Volkswagen Pkw ist ebenfalls geprägt von der Hybrid-Technik: Dazu zählt auch das sparsamste Serienautomobil der Welt, der XL13, der einen Verbrauch von 0,9 l/100 km im NEFZ ermöglicht. Dank seines Plug-In-Hybridsystems kann der Zweisitzer zudem über eine Distanz von bis zu 50 Kilometern rein elektrisch und damit lokal emissionsfrei gefahren werden. Vom konstruktiven Layout folgt der XL1 der Sportwagenlehre: geringes Gewicht (795 kg), perfekte Aerodynamik (Cw 0,189) und niedriger Schwerpunkt (1.153 mm Höhe). Dem effizienten Volkswagen reichen deshalb asketische 6,2 kW / 8,4 PS, um mit einer konstanten Geschwindigkeit von 100 km/h über die Ebene zu gleiten. Im Elektrobetrieb begnügt sich der Volkswagen mit weniger als 0,1 kWh für mehr als einen Kilometer Fahrstrecke.

Neben diesem Technologie-Flaggschiff steht mit dem Kleinwagen e-up! ein weiteres aktuelles Highlight auf der CeBIT. Er ist das erste vollelektrische Serienfahrzeug von Volkswagen, das den Einstieg in ein neues wegweisendes Fahrzeugkonzept mit Elektroantrieb und vier Sitzplätzen bietet: Der e-up! ist ein Auto für den täglichen Gebrauch in der Stadt, aber auch für Pendler oder als Zweitwagen. Distanzen bis zu 160 Kilometern soll er problemlos zurücklegen können. Anschließend kann der e-up! binnen 30 Minuten auf bis zu 80 Prozent seiner Speicherkapazität wieder aufgeladen werden. Mit einem Verbrauch von 11,7 kW/h ist der e-up! Laut VW das derzeit verbrauchsgünstigste Elektrofahrzeug.

Modulares Infotainment

Mit der zweiten Generation des Modularen Infotainmentbaukasten (MIB) können Kunden in Kürze im neuen Polo optional die Funktion „MirrorLink“ (in Verbindung mit den Infotainmentsystemen „Composition Media" und „Discover Media") ordern. Damit ist es künftig möglich, auf dem Smartphone angezeigte Inhalte und Funktionen via Touchscreen des Polo-Infotainmentsystems darzustellen und zu bedienen. Um eine Ablenkung des Fahrers zu vermeiden, werden während der Fahrt ausschließlich speziell applizierte Apps nutzbar sein. Volkswagen wird dabei zum Beispiel Apps anbieten, die neben den Geokoordinaten aus dem Navigationsgerät auch auf Fahrzeugdaten wie Drehzahl, Geschwindigkeit und Tankinhalt zugreifen können. Apps ohne direkten Fahrzeugbezug wie Internet-Radio oder Nachrichtendienste können ebenfalls genutzt werden, wenn sie MirrorLink unterstützen. Um die Empfangsqualität zu verbessern und gleichzeitig die Strahlung des Handys zu reduzieren, kann das Smartphone drahtlos – über die Mobiltelefonschnittstelle „Comfort" –mit der Außenantenne des Polo verbunden werden. Dabei genügt es, das Telefon vorn in ein Ablagefach der Mittelkonsole einzustecken. Das Aufladen erfolgt über einen USB-Stecker.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Darüber hinaus zeigt Volkswagen in Hannover das noch leistungsstärkere Infotainmentsystem „Discover Pro". Dieses präsentiert sich in der neuesten Generation mit zusätzlichen Features wie beispielsweise einer höheren Performance in der Routenberechnung, einem erweiterten Car-Net Dienstepaket (u.a. Google Online Ziele, Verkehrsfluss- und Kraftstoffpreisinformationen an Tankstellen) sowie der Möglichkeit, zwei Telefone gleichzeitig zu betreiben.

Die Gestensteuerung kommt

Dass die futuristisch klingende Steuerung per Gesten auch im Auto Einzug hält, demonstriert Volkswagen ebenfalls auf der CeBIT. Ein spezielles Simulations-Cockpit zeigt den Stand der Entwicklung einer gesten-basierten Steuerung des Infotainmentsystems. Die derzeitige Touchscreenbedienung, die Volkswagen mit dem RNS 510 umgesetzt hat, wird um eine berührungslose Gestiksteuerung erweitert, so dass ausgewählte Infotainment-Funktionen wie Menübedienung und Mediensteuerung angesteuert werden können. Ein Highlight bei dieser Zukunftsversion: ein 3D-Bild der bedienenden Hand wird auf dem Fahrzeug-Display dargestellt, der Nutzer sieht direkt, was die Technik erfasst.

Selbstfahrendes Kurierfahrzeug

Als Zukunftsvision präsentiert Volkswagen Nutzfahrzeuge das Forschungsfahrzeug eT!. Es zeigt beispielhaft das momentan maximal machbare Technologie-Niveau für Elektrofahrzeuge im gewerblichen Bereich. eT! ist dabei genau auf die künftigen Kundenbedürfnisse zugeschnitten: Insbesondere die Möglichkeit, den Wagen teilautomatisch und elektrisch in den Innenstädten bewegen zu können, ist einzigartig. Das komplette Forschungsfahrzeug wurde in allen Details auf den spezifischen Einsatz als Zustell- respektive Kurierfahrzeug für den urbanen Bereich zugeschnitten. Funktionen wie „come to me", bei dem das Fahrzeug auf Knopfdruck des Fahrers selbstständig zum Fahrer kommt, oder „follow me", bei dem das Fahrzeug dem Fahrer quasi wie ein Schatten folgt. Dies sind nur zwei Beispiele aus dem Angebot neuester Fahrerassistenzsysteme.

Neben der Technologie spielt auf der CeBIT aber vor allem auch das Thema Recruiting eine wichtige Rolle, wie ein VW-Vertreter mitteilte. Letztlich wolle man Aufmerksamkeit für die Marke und das Unternehmen als Arbeitgeber schaffen. Die ausgestellten Produkte und Konzepte lockten dabei eine Vielzahl Interessierte an den Stand, unter denen sich bestimmt auch einige IT-Fachkräfte befanden.

(ID:42578036)