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Abgasaffäre VW kürzt spürbar seine Investitionen

| Redakteur: Christian Otto

Dass VW nach dem Diesel-Desaster sparen muss war klar. Nun präsentierte Marken-Vorstand Diess die Zahl: Eine Milliarde Euro pro Jahr werden bei den Investitionen fehlen.

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VW will jährlich 1 Milliarde an Investitionen einsparen. Gleichzeitig will man die Elektrifizierung der Motoren vorantreiben und bei den Dieseln eine Neuausrichtung vornehmen.
VW will jährlich 1 Milliarde an Investitionen einsparen. Gleichzeitig will man die Elektrifizierung der Motoren vorantreiben und bei den Dieseln eine Neuausrichtung vornehmen.
(Foto: Volkswagen)

Der neu konstituierte Vorstand der Marke Volkwagen hat in einer Sondersitzung weitere Richtungsentscheidungen getroffen. Dabei kündigte der Vorstandsvorsitzender Dr. Herbert Diess wesentliche Produktentscheidungen an. So soll unter anderem die Diesel-Strategie eine Neuausrichtung auf technologischer Ebene erfahren. Auch die Entwicklung einer standardisierten Elektrifizierungs-Architektur für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge soll vorangetrieben werden. Darüber hinaus werde der Phaeton in seiner nächsten Generation neu gedacht.

Bezüglich der Investitionen, wolle VW rund eine Milliarde Euro pro Jahr einsparen. Gleichzeitig soll das Effizienzprogramm weiter beschleunigt werden.

Diess gibt sich kämpferisch: „Die Marke Volkswagen stellt sich für die Zukunft neu auf. Wir werden effizienter, richten die Produktpalette und Kerntechnologien neu aus und schaffen uns mit dem beschleunigten Effizienzprogramm den Spielraum für zukunftsweisende Technologien.“

Neue Ausrichtung bei Diesel und Elektrifizierung

Die neue Diesel-Strategie beinhaltet einen vollständigen und schnellstmöglichen Umstieg auf die SCR- und AdBlue-Technologie in den Märkten Europa und Nordamerika.

Dem Baukasten-Prinzip bliebt man derweil treu, will es aber wesentlich weiterentwickeln. Beim MQB – für den Volkswagen Pkw innerhalb des Konzernverbunds die Entwicklungshoheit verantwortet – sollen Plug In-Hybride mit nochmals größerer Reichweite, Großserien-Elektrofahrzeuge mit einem Radius von bis zu 300 Kilometern, 48-Volt-Bordnetze sowie immer effizientere Diesel-, Benziner- und Erdgasantriebe noch stärker in den Mittelpunkt rücken. Für die Vernetzung und die Fahrerassistenzsysteme wird laut VW ein neuer Standard definiert.

Auch soll ein neuer Elektrifizierungsbaukasten (MEB) für das Kompaktsegment konzipiert werden. Dieser soll für mehrere Marken sowie für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge gleichermaßen geeignet sein. VW will hier Synergien aus weiteren Elektrofahrzeug-Projekten im Konzern nutzen. Dieses standardisierte System soll nach Unternehmensangaben für alle Aufbauformen und Fahrzeugtypen ausgelegt sein. Die VW-Verantwortlichen erhoffen sich davon besonders emotionale Fahrzeugkonzepte, die rein elektrische Reichweiten von 250 bis 500 Kilometern erlauben.

Der Phaeton bleibt

Der schon infolge des Sparzwangs als Streichkandidat gehandelte Phaeton soll trotzdem in die nächste Generation gehen. Der VW-Vorstand habe das aktuell laufende Projekt neu aufgesetzt, geht aus der Pressemitteilung hervor. Das neue Flaggschiff soll neben einem emotionalen Design einen voll elektrischen Antrieb mit Langstreckentauglichkeit sowie neueste Connectivity- und Assistenzsysteme bieten.

Doch Dr. Herbert Diess weiß um die Schwere der mit den Ankündigungen verbundenen Aufgabe: „Wir sind uns sehr wohl bewusst, dass wir diese Innovationen für die Zukunft der Marke Volkswagen nur erfolgreich umsetzen können, wenn wir unser Effizienzprogramm und die Neuausrichtung der Produktpalette zum Erfolg führen.“

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