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Abgasaffäre VW verliert US-Chef Horn

| Autor / Redakteur: dpa / Christian Otto

Nun hat auch Michael Horn das Handtuch geworfen. Der für die USA zuständige VW-Manager hinterlässt ein schweres Erbe. Der Konzern präsentiert vorerst eine personelle Übergangslösung.

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VW und Miachael Horn gehen ab sofort getrennte Wege.
VW und Miachael Horn gehen ab sofort getrennte Wege.
(Foto: VW)

Der US-Chefs von Volkswagen Michael Horn ist überraschend zurückgetreten. Nun muss der Konzern mitten im Abgas-Skandal einen neuen Problemlöser für die Vereinigten Staaten finden. Horn verließ das Unternehmen am Mittwoch mit sofortiger Wirkung, wie VW mitteilte. Die Trennung sei einvernehmlich erfolgt.

Horn hinterlässt viele Baustellen: Noch immer gibt es keine technische Rückruflösung für die rund 580.000 manipulierten Dieselautos in den USA, welche den Behörden ausreicht. Außerdem drohen wegen der Abgas-Affäre Milliardenstrafen, und viele Klagen prasseln auf den Konzern ein.

Übergangschef Woebcken

Übergangsweise soll Volkswagens künftiger Nordamerika-Chef Hinrich Woebcken die Aufgaben von Horn erfüllen. Er muss damit schneller Verantwortung übernehmen als ursprünglich geplant, denn als Leiter der Region Nordamerika (USA, Mexiko, Kanada) ist Woebcken noch gar nicht im Amt. Die Funktion soll er erst Anfang April übernehmen. Er wäre dann als Verwaltungsratschef des US-Geschäfts von Volkswagen de facto der Vorgesetzte von Michael Horn geworden.

Dazu kommt es nun nicht. Es bleibe dabei, dass Woebcken sein Amt als Nordamerika-Chef Anfang April antrete, sagte eine US-Sprecherin des Konzerns. Als Ersatz für Horn springe der ehemalige BMW-Manager aber sofort ein.

Nur zwei Jahre im Amt

Horn hatte das Amt erst im Januar 2014 übernommen. In die Amtszeit des 54-Jährigen fiel das Bekanntwerden der Affäre um manipulierte Abgaswerte, die den Konzern in eine schwere Krise gestürzt hat. Der ehemalige Konzernchef Martin Winterkorn war bereits im September zurückgetreten, wenige Tage vorher hatte das US-Umweltamt EPA den Skandal öffentlich gemacht. Welche Rolle Horn bei der Entstehung des Skandals spielte, ist unklar.

Klar ist aber, dass Horn in den USA nach dem Skandal häufig den Kopf für den Konzern hinhalten musste. Er musste US-Abgeordneten in einem Untersuchungsausschuss unangenehme Fragen beantworten und sich vielfach in der Öffentlichkeit für die Affäre entschuldigen. Horn galt als Mann des Vertriebs, der die Rückendeckung der vom Abgas-Skandal hart getroffenen VW-Händler in den USA hatte.

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