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Abgasskandal VW einigt sich auf Vergleiche und verlängert die Frist

| Autor / Redakteur: dpa / Jens Scheiner

Volkswagen hat sich im Zuge der Musterfeststellungsklage im Diesel-Skandal bereits mit 200.000 Kunden auf eine Entschädigung geeinigt.

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VW hat sich im Zuge der Musterfeststellungsklage im Diesel-Skandal mit 200.000 Kunden auf eine Entschädigung geeinigt.
VW hat sich im Zuge der Musterfeststellungsklage im Diesel-Skandal mit 200.000 Kunden auf eine Entschädigung geeinigt.
(Bild: VW )

Im Diesel-Vergleich zum Abgasskandal hat sich Volkswagen inzwischen mit rund 200.000 Kunden geeinigt. Insgesamt können so etwa 620 Millionen Euro an Entschädigungen fließen, wie der Konzern am Montag (20. April) in Wolfsburg mitteilte. Die Summe setze sich aus Einzelbeträgen von 1.350 bis 6.250 Euro für die jeweils infrage kommenden Modelle und Altersklassen der Fahrzeuge zusammen. Das Geld soll vom 5. Mai an ausgezahlt werden.

Bei rund 21.000 Fällen stehe die abschließende Prüfung noch aus: „Diese Kundinnen und Kunden werden benachrichtigt, sobald die Bearbeitung abgeschlossen ist.“

VW erklärte zudem, dass sich interessierte Dieselfahrer noch bis zum 30. April registrieren lassen und fehlende Unterlagen nachreichen können. Ursprünglich war die Anmeldefrist Anfang dieser Woche abgelaufen – man habe diese wegen des „großen Interesses“ nun aber um zehn Tage verlängert. Wer sich im Vergleichsportal bis zum 20. April registriert und noch keine Annahmebenachrichtigung erhalten hat, dessen Fall wird weiter geprüft und bearbeitet, hieß es.

Dieselkunden, die zum Wochenbeginn wegen des Andrangs im Servicecenter nicht sofort durchkommen, können laut VW „die verlängerte Vergleichsfrist nutzen und es telefonisch wenn nötig erst in den kommenden Tagen versuchen“. Chefjustiziar Manfred Döss erwartet, dass sich die Zahl der Vergleichsabschlüsse noch erhöht.

„Hunderttausende Verbraucher bleiben außen vor“

Der Autokonzern hatte sich Anfang des Jahres mit dem Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) auf den Vergleich verständigt. Die Einigung sieht vor, dass vom Dieselskandal betroffene Verbraucher Schadenersatz für den Wertverlust ihrer Fahrzeuge bekommen. Der Kompromiss gilt allerdings nur für diejenigen Dieselfahrer, die sich der sogenannten Musterfeststellungsklage angeschlossen hatten.

VZBV-Chef Klaus Müller zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis: „Es ist das erste Mal, dass Verbraucher sich in einem Massenverfahren dieser Größenordnung gemeinsam gegen einen Betrug zur Wehr setzen konnten.“ In den Tagen nach Ostern habe es jedoch Beschwerden über Abwicklungsprobleme gegeben. „Strittige Fälle wird die Ombudsstelle in den kommenden Monaten entscheiden“, erklärte der Verband.

Der VZBV sprach sich nach den Erfahrungen mit dem VW-Musterprozess für eine Reform der erstmals genutzten Verbraucherklage aus. Das Instrument müsse einfacher und verbraucherfreundlicher werden. Zwar sei der Vergleich ein Erfolg. „Gleichzeitig bleiben Hunderttausende Verbraucher außen vor“, hieß es. Müller hatte VW aufgefordert, sein Angebot auf alle Kunden auszuweiten – dem folgte der Autohersteller nicht.

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