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Subaru War da was?

| Redakteur: Jens Meiners

Subaru ist für viele Autofans eine sympathische, weil auf ihre Art authentische Marke. Die Automobil-Fraktion des großen Fuji-Heavy-Konzerns baute jahrelang Fahrzeuge wie aus dem Vollen

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Subaru ist für viele Autofans eine sympathische, weil auf ihre Art authentische Marke. Die Automobil-Fraktion des großen Fuji-Heavy-Konzerns baute jahrelang Fahrzeuge wie aus dem Vollen gefräst. Mit ganz eigenem Design und eigener Optik, fast immer jedoch mit Allradantrieb und in hoher Qualität. Und ganz nebenbei sprangen im Motorsport-Engagement sechs Rallye-Weltmeistertitel heraus.

Doch für solche Charakter-Darsteller ist die Welt zu klein und der Geschmack zu gleichförmig geworden. So wird zum Beispiel der kommende neue Justy als erster Subaru in Deutschland ohne Allradantrieb in die Schauräume der Subaru-Händler rollen. Der bisherige Justy war baugleich mit dem früheren Suzuki Swift, das aktuelle Modell entspricht der Einstiegsversion des Daihatsu Sirion – der im Gegensatz zum Justy optional als Allradler lieferbar ist. Mit dem Fronttriebler gibt Subaru sang- und klanglos das bisherige Alleinstellungsmerkmal auf. In spätestens drei Jahren soll eine eigenständige Entwicklung mit Allradantrieb das Sirion-Derivat ablösen. Schon jetzt gibt es den neuen Impreza, der sich bislang auf typisch knorrige Subaru-Art aus der Menge der Kompaktfahrzeuge hervorhob. Wenn man dagegen im neuen Impreza der mittlerweile dritten Generation durch die Stadt rollt, werden dem Fahrzeug keine Blicke folgen. War da was? Die neue Subaru-Kompaktklasse etwa?

Tatsächlich wäre dieser Subaru ohne sein Markenlogo auf dem Kühler kaum zu erkennen. Bei der Entwicklung dieses Fahrzeugs hat die Mannschaft um Chefdesigner Andreas Zapatinas der Mut offenbar gänzlich verlassen.

Im Innenraum des neuen Impreza kann man sich durchaus wohlfühlen, obwohl die Kunststoffe zum Teil billiger wirken als beim Vorgänger. Gute Sitze und eine angenehme Lenkung sorgen für Pluspunkte. Zudem scheint sich eines nicht geändert zu haben: Die Verarbeitungsqualität wirkt auf den ersten Blick weiterhin makellos. Technische Basis ist eine neue Fahrzeugarchitektur, auf der auch der kommende Legacy basieren wird.

Durch den permanenten Allradantrieb (50 : 50 im Normalfall) und die gute Ausstattung fällt der Einstiegspreis mit 18 290 Euro recht hoch aus. Der zu diesem Preis eingebaute 1,5-Liter-Basismotor kann zudem nicht überzeugen. Trotz 107 PS nomineller Leistung wirkt er wie zugeschnürt und benötigt zudem für zügigeres Fortkommen hohe Drehzahlen, was den angegebenen Durchschnittsverbrauch von 7,5 Liter Superbenzin zur Utopie macht. Auch der zweite Boxermotor, ein 2,0-Liter mit 150 PS, zeigt sich nicht auf der Höhe der Zeit, macht seine Sache aber naturgemäß besser als sein schwächeres Pendant. Der Aufpreis ist mit 3 700 Euro happig.

Anderswo ist das Modellprogramm breiter aufgefächert: In Japan gibt es die Einstiegsvariante auch mit Frontantrieb, in Nordamerika hingegen ist der Impreza, wie die Vorgängergenerationen, auch mit Stufenheck lieferbar. Dort gibt es schon heute eine WRX-Variante mit 224 PS aus 2,5 Litern Hubraum. Darüber wird eine STi-Version rangieren, die 300 PS leisten soll, um den Erzfeind Mitsubishi Lancer Evo deutlich zu deklassieren. Sie wird laut Subaru-Deutschland Geschäftsführer Jens-Peter Becker dann auch nach Deutschland kommen. Zumindest damit dürfte der Impreza nicht untermotorisiert sein.

Abzuwarten bleibt, wie sich der für das erste Quartal 2008 angekündigte Diesel-Boxer im realen Einsatz bewährt. Ob Diesel oder STi: Das langweilige Design dürfte es dem Kompaktwagen schwer machen, in Europa und speziell in Deutschland neue Kunden zu gewinnen.

Peter Eck/Wolfram Nickel

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