Geschäftszahlen Webasto weiter auf Kurs

Autor / Redakteur: Claus-Peter Köth / Christian Otto

Der Zulieferer Webasto wuchs im Geschäftsjahr 2013 um zwei Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Erstmals wurden mehr als zehn Millionen Schiebe- und Panoramadächer verkauft. Bei den Cabriodächern stagniert der Absatz. Ausbauen will man das Geschäft mit Leichtbaumaterialien. 2014 rechnet die Gruppe mit einem Umsatzplus von vier Prozent. Aktuell liegt der Auftragsbestand bei 8,8 Milliarden Euro.

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Webasto-Chef Dr. Holger Engelmann konnte mit guten Geschäftszahlen aufwarten.
Webasto-Chef Dr. Holger Engelmann konnte mit guten Geschäftszahlen aufwarten.
(Foto: Webasto)

Der Automobilzulieferer Webasto erzielte im Geschäftsjahr 2013 einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro, ein Plus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Unter Berücksichtigung der Wechselkurseffekte lag das Wachstum bei vier Prozent. Der Umsatz verteilt sich auf die drei Kerngeschäftsfelder: Schiebe- und Panoramadächer mit einem Umsatzanteil von 69 Prozent, Heiz- und Klimasysteme mit 20 Prozent und Cabriodächer mit elf Prozent. 2013 wurden weltweit erstmals über 10 Millionen Schiebe- und Panoramadächer verkauft.

Insgesamt hat sich die Webasto-Gruppe in den vergangenen Jahren sehr international aufgestellt. Von den 10.500 Mitarbeitern arbeiten rund 70 Prozent an den internationalen Standorten. Beim Umsatz werden inzwischen über 75 Prozent außerhalb von Deutschland erwirtschaftet. Das Ergebnis der Gruppe betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 126 Millionen Euro (2012: 125 Mio. Euro), was für beide Jahre einer Ergebnisrendite von 5,1 Prozent entspricht. Die Erwartung für 2013 lag bei einem knapp dreistelligen Ergebnis. „Ich bin mit unserem Ergebnis vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Entwicklung zufrieden“, sagte Dr. Holger Engelmann, Vorstandsvorsitzender Webasto SE, anlässlich des heutigen Jahrespressegesprächs in München.

Umsatzplus wird erwartet

„Das Ergebnis verdanken wir vor allem dem Dachgeschäft in Asien.“ Der Thermobereich hat das schwache Geschäft in Südeuropa sowie das witterungsbedingt verhaltene Standheizungsgeschäft mit einem Sparkurs nahezu kompensieren können. Im nach wie vor stagnierenden Geschäft mit Cabriodächern lag der Fokus auf Effizienzsteigerungen in Entwicklung und Produktion. Dazu waren auch Investitionen notwendig: in das neue, weltweit modernste Entwicklungszentrum für Cabriodächer in Hengersberg sowie in die Zusammenlegung von verteilten Standorten in der Slowakei und in den USA. „Unser Ziel ist, als Marktführer für Cabriodächer auch mit kleineren Stückzahlen profitabel zu sein“, erläuterte Engelmann.

Insgesamt hat Webasto im vergangenen Jahr 155 Millionen Euro investiert. Die größte Einzelinvestition war mit 45 Millionen Euro der Kapazitätsausbau für die Produktion von Dachscheiben und Blenden aus Polycarbonat. Im Werk in Schierling bei Regensburg werden inzwischen rund 45.000 Polycarbonat-Teile pro Monat gefertigt. Auch für das erste Quartal 2014 zieht Engelmann eine positive Bilanz: Gemäß des neuen Bilanzierungsstandards IFRS 11 (Nichtberücksichtigung des 50:50 Joint Ventures Webasto Donghee in Korea) und des daran angepassten ersten Quartals 2013 stieg der Umsatz der Gruppe um fünf Prozent. Die Entwicklung beruht vor allem auf dem Wachstum der Schiebe- und Panoramadächer in Europa und China. Für das Gesamtjahr 2014 rechnet Engelmann mit einem Umsatzplus von vier Prozent. Der Auftragsbestand liegt aktuell bei 8,8 Milliarden Euro.

Wachstum mit neuen Technologien und globalem Footprint

Im Mittelpunkt der Unternehmenspolitik steht die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts mit folgenden Themen:

• Multi Optional Roof: Mit dieser Strategie für Dachsysteme plant Webasto vom Sonder- zum Serienausstatter zu werden. Dabei können auf eine Fahrzeug-Rohbauvariante unterschiedliche Dachvarianten aufgesetzt werden. Somit lassen sich modellspezifische Lösungen kosteneffizient realisieren.

• Einführung innovativer Produkte zur CO2-Reduzierung: Das Spektrum reicht von der Öko-Innovation, dem Solardach zur Batterieladung über den weiteren Ausbau des Geschäfts mit Leichtbauwerkstoffen wie Polycarbonat und Paper Honey Comb (PHC) bis zum elektrischen Hochvoltheizer für Hybrid- und Elektrofahrzeuge.

• Ausbau der Position als Systemlieferant für Heizen & Kühlen für leichte Nutzfahrzeuge und Spezialfahrzeuge. Dabei wird auch das Wachstum außerhalb Europas vorangetrieben.

In China plant Webasto für 2018 mit einem Umsatz von mehr als eine Milliarde Euro. Mit den neuen Werken in Wuhan und Shenyang werden bereits an zehn Standorten Schiebe- und Panoramadächer gebaut. Generell sind immer mehr Kundenprojekte, insbesondere im Dachbereich, globale Projekte. Allein in diesem Jahr erfolgen weltweit über 50 Produktionsanläufe. „Um so gut wie jede Woche einen Anlauf für unsere Kunden geräuschlos in Top-Qualität zu realisieren, braucht man auch eine global denkende und handelnde Organisation“, skizziert Engelmann die Herausforderung. „Deshalb arbeiten unsere Experten an den unterschiedlichen Standorten eng in einem Netzwerk zusammen. Das ist ein wichtiger Wettbewerbsvorteil. Letztlich kann man Produkte kopieren, eine gut funktionierende Organisation aber nicht“, bilanziert der Webasto-Chef.

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