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Elektromobilität Weg frei für Batteriezellenwerk bei Opel

| Autor / Redakteur: dpa / Svenja Gelowicz

Die EU-Kommission hat am Montag (9. Dezember) milliardenschwere Förderprogramme genehmigt, mit denen unter anderem eine Batteriezellfertigung am Opel-Standort Kaiserslautern entstehen soll. Insbesondere die Lithium-Ionen-Technologie soll gefördert werden, wovon einige deutsche Unternehmen profitieren werden.

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Das Geld soll etwa in die Entwicklung von Batteriemodulen fließen.
Das Geld soll etwa in die Entwicklung von Batteriemodulen fließen.
(Bild: BMW)

Der Weg für ein Batteriezellenwerk am Opel-Standort in Kaiserslautern ist frei. Die EU-Kommission genehmigte am Montag (9. Dezember) entsprechende Förderprogramme von Mitgliedstaaten, wie die Brüsseler Behörde mitteilte. Dazu zählt nach Angaben der rheinland-pfälzischen Landesregierung auch das Programm des Bundeswirtschaftsministeriums für eine Batteriezellenfertigung in Kaiserslautern. Die soll ein Joint Venture aus PSA, dem Opel-Mutterkonzern, und dem französischen Energieanbieter Saft aufbauen. Es hatte sich um Subventionen aus einem deutsch-französischen Regierungstopf beworben.

„Ich freue mich, dass die EU-Kommission den Weg für ein industrie- und strukturpolitisch sehr bedeutendes Ansiedlungsvorhaben in Rheinland-Pfalz freigemacht hat“, sagte Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP). Die Ansiedlung einer Batteriezellfertigung schaffe „neue Chancen für eine zukunftsfähige Fahrzeugindustrie am Industriestandort Rheinland-Pfalz“. Zuvor hatte der „SWR“ darüber berichtet.

Das Opel-Komponentenwerk in Kaiserslautern war als möglicher Standort für eine Batteriezellenfertigung schon länger im Gespräch. Dem Vernehmen nach könnte die ab dem Jahr 2023 aufgebaut und 2.000 Arbeitsplätze bringen. Auch in Frankreich soll eine Fabrik entstehen. Das Ganze ist Teil einer europäischen Batterie-Allianz, die der jetzige Vizepräsident das Ressorts interinstitutionelle Beziehungen bei der EU, Maros Sefcovic, 2017 auf den Weg gebracht hatte.

Milliarden Euro für die Batterie-Wertschöpfungskette

Insgesamt genehmigte die EU-Kommission nach eigenen Angaben eine öffentliche Förderung in Höhe von 3,2 Milliarden Euro von sieben Mitgliedsstaaten – und zwar für Forschungs- und Innovationsvorhaben für eine Batterie-Wertschöpfungskette. Das Geld soll etwa in die Entwicklung von Batteriemodulen fließen, die neben dem Autosektor auch beispielsweise bei Elektrowerkzeugen genutzt werden könnten. Zudem sollen sichere Recycling-Verfahren entwickelt werden. Der Kommission zufolge hat Deutschland rund 1,25 Milliarden Euro angemeldet, Frankreich rund 960 Millionen.

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager sagte nach einer Mitteilung: „Die Batteriefertigung in Europa ist für unsere Wirtschaft und Gesellschaft von strategischem Interesse.“ Sie biete große Chancen für saubere Mobilität und Energie, die Schaffung von Arbeitsplätzen, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit.

Diese Unternehmen erhalten Fördermittel

Der baden-württembergische Batteriehersteller Varta gehört zu mehreren Unternehmen, die von einer Milliardenförderung für die europäische Batteriezellenfertigung profitieren sollen. Fördermittel sollen in Deutschland unter anderem auch die Autohersteller BMW und Opel sowie der Chemiekonzern BASF erhalten.

Bei Varta in Ellwangen (Baden-Württemberg) gehe es um die Lithium-Ionen-Technik und dabei um die Entwicklung sogenannter Silizium-dominierter Anoden, erklärte das Unternehmen. Diese neue Technik solle in die Massenproduktion überführt werden – sowohl für bestehende als auch für größere Zellenformate, die zum Beispiel für Elektro-Autos genutzt werden. Varta stelle sich auf eine stark steigende Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien mit höchster Energiedichte ein, sagte Vorstandsvorsitzender Herbert Schein.

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