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Audi Sound Concept Wellenfeldsynthese für den Hörgenuss

| Redakteur: Bernd Otterbach

Das Projekt „Audi Sound Concept“ soll die Hi-Fi-Welt im Auto revolutionieren. Es folgt dem Prinzip der sogenannten Wellenfeldsynthese.

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Danach lässt sich eine Schallwelle nachbilden, indem man viele kleine Schallquellen dicht nebeneinander entlang der Wellenfront platziert. Im Laborstadium, in einem Audi Q7 installiert, sorgt diese neue Technologie bereits für eindrucksvolle Erlebnisse. Davon konnten sich jetzt auch Journalisten bei einem Workshop in Ingolstadt überzeugen, der Audis innovatives Soundkonzept in den Mittelpunkt rückte. Dass die Insassen auf jedem Platz im Auto einen perfekten akustischen Raumeindruck in überwältigender Klangqualität genießen können, wie mit eigenen Ohren zu hören war, ist nicht zuletzt der intelligenten Installation von 62 Lautsprechern unterschiedlicher Dimension und Aufgabe zu verdanken, von denen jeder einzeln angesteuert wird.

Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut IDMT

Audi entwickelt diese revolutionäre Soundtechnologie in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT in Ilmenau. Dort beschäftigt man sich schon seit dem Jahr 2000 damit, wie sich „realistischer Raumklang“ erzeugen lässt. Der Schulterschluss mit Audi ist aber auch Ausdruck der Kompetenzen, die sich die Ingolstädter Entwickler in den vergangenen Jahren aufgebaut haben. Höchst anspruchsvoll machen das Projekt Audi Sound Concept letztlich die Kooperationen, die Audi mit Bang & Olufsen und Bose einging.

Wie muss man sich diese Zusammenarbeit vorstellen? – „Audi definiert die Lastenhefte für die Lautsprecher, die Verstärker und für die klangliche Zielvorstellung; ihre Umsetzung erfolgt dann vor Ort bei den Partnern.“ Entwicklungsarbeit darunter, vor allem den klanglichen Feinschliff, haben die Audi-Ingenieure selbst übernommen. Ihre Arbeitsbasis ist das spezielle Soundlabor im Werk Ingolstadt. Hier läuft u.a. die Nachmessung und Beurteilung der Lautsprecher der Lieferanten. Die Ergebnisse dienen dazu, noch genauere Vorgaben ins Lastenheft zu schreiben. Man hat offenbar keine Investitionen gescheut, um überzeugenden Premiumsound zu erzeugen: Als einziges Unternehmen in der Autobranche verfügt Audi beispielsweise über einen sogenannten schalltoten, einen reflexionsarmen Messraum.

„Jeder beliebige Raumeindruck“

Die Anstrengungen lohnen sich offensichtlich. „Jede Wellenfront“ ließe sich inzwischen simulieren. Bei Stereo sei es möglich, einen Klang zu erzeugen, als stünden die beiden Lautsprecher weit außerhalb des Autos, erklären die Ingolstädter. „Wir können jeden beliebigen Raumeindruck dazurechnen – nicht als Soundeffekt, sondern als mathematisch exakte Simulation.“

Raum zum Atmen gebe Audi der Musik, hieß es beim Workshop. Die Hörproben vor Ort überzeugten. Da kommt eine Gesangsstimme von weit links ans Ohr, scheinbar aus einer Ecke, die Gitarre aus der anderen Ecke. Dieser Eindruck bleibt immer gleich; egal, ob der Hörer hinter dem Lenkrad oder auf dem rechten Platz im Fond des Audi Q7 sitzt. Die Klangqualität ist „stets first class“, wie es bei Audi heißt, „mit perlenden Höhen, kristallklaren Mitten und einem trockenen Bass; selbst das leichte Schnarren der Saiten beim Anschlag der Finger dringt mit höchster Präzision ans Ohr“.

62 Lautsprecher im Q7

Der faszinierende Effekt entsteht nicht von ungefähr. Im Innenraum des Studienobjekts Audi Q7 sind nicht weniger als 62 Lautsprecher installiert; je fünf Tief- bzw. Hochtöner und 52 Mitteltöner, die in der Instrumententafel unter der Frontscheibe, in den Dachpfosten und in den Türen sitzen. Jeweils fünf Einheiten sind in jede Türbrüstung integriert.

Denis Credé, Leiter der Soundentwicklung bei Audi, sagt: „Ziel war es, das technisch Machbare darzustellen, die Grenzen auszuloten. Die Erkenntnisse, die wir gewinnen, werden wir in die Soundsysteme von morgen integrieren. Audi Sound Concept ist das fortschrittlichste Projekt der Entertainment-Entwickler in Ingolstadt. In kurzer Zeit hat Audi auf dem Technikfeld Hi-Fi viel Know-how gewonnen.“

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