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Conti Wennemer kontra Grünberg

| Redakteur: Bernd Otterbach

Bei der Übernahmeschlacht um Continental ist der Streit zwischen Vorstands- und Aufsichtsratschef offenbar eskaliert. Grund sei die Verhandlungsstrategie des Managements mit dem Familienkonzern Schaeffler, berichtet die Zeitung „Welt“ am Montag. Während der Aufsichtsratsvorsitzende Hubertus von Grünberg eine schnelle Einigung favorisiere, sehe sich Conti-Chef Manfred Wennemer dadurch in seiner Verteidigungsstrategie behindert.

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Zum Eklat kam es der „Welt“ zufolge vor der Aufsichtsratssitzung am vergangenen Mittwoch. Dem Vernehmen nach habe von Grünberg Wennemer vorgeschlagen, dass der Vorstand nicht mehr nur allein, sondern gemeinsam mit von Grünberg und Werner Bischoff, dem stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden und Gewerkschaftsvorstand, die Verhandlungen führen solle. Das habe Wennemer vehement abgelehnt. „Das Tischtuch zwischen den beiden ist zerrissen“, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person. „Die Vertrauensbasis ist weg.“

Aufsichtsrat gespalten

Der tiefgreifende Dissens in der Conti-Führungsetage bahnte sich der Zeitung zufolge bereits in der Präsidiumssitzung am Dienstagabend an. Dort sei der Vorschlag ausgearbeitet worden, von Grünberg und Bischoff bei den Verhandlungen mit einzubeziehen. Dies sei nicht nur bei Wennemer sondern auch bei einigen Vertretern auf der Anteilseignerseite im Aufsichtsrat auf Widerstand gestoßen, unter anderem bei Hans-Olaf Henkel und TUI-Chef Michael Frenzel. Als Kompromiss habe man sich in der Vorbesprechung zur Aufsichtsratssitzung darauf verständigt, dass der Vorstand allein weiter verhandle, allerdings mit dem Ziel einer Einigung mit Schaeffler.

Schaeffler hatte vor vier Wochen ein Übernahmeangebot vorgelegt und sich den Zugriff auf bis zu 36 Prozent der Conti-Aktien gesichert. Inzwischen habe Schaeffler signalisiert, den Angebotspreis von ursprünglich 70,12 auf 75 Euro aufzustocken. Darüber hinaus müssten aber noch weitere Punkte verhandelt werden. Laut „Financial Times Deutschland“ fordert Continental neben einem höheren Angebot einen Risikoausgleich für den Einstieg Schaefflers sowie Garantien für die Arbeitnehmerseite.

dpa

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