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Boysen Werk Turmfeld wird ausgebaut

| Redakteur: Bernd Otterbach

Der Abgasspezialist Boysen baut seinen Standort Turmfeld aus. Im neuen Werk Turmfeld III will das Unternehmen die Produktion von Abgassystemen und Komponenten für Nutzfahrzeuge sowie für Off-Highway-Anwendungen konzentrieren. Die Kosten für den Ausbau belaufen sich auf 40 Millionen Euro.

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Der Standortausbau sei Teil einer Neuordnung der Fertigung im Raum Altensteig, teilte die Friedrich Boysen GmbH & Co. KG am Donnerstag mit. Davon betroffen ist auch das Komponentenwerk in Walldorf, das geschlossen werden soll.

„Ziel der Neuordnung ist es, die Wirtschaftlichkeit unseres Fertigungsverbunds am Standort Altensteig weiterhin zu gewährleisten und damit den Erhalt unserer produktiven Arbeitsplätze langfristig zu sichern“, sagte Boysen-Geschäftsführer Rolf Geisel.

Das Turmfelder Bauvorhaben beinhaltet eine Produktionshalle mit einem zentralen Hochregal, einen kombinierten Warenein- und -ausgang sowie Sozialräume. Die Nutzfläche beträgt 20.000 Quadratmeter. Nach Angaben von Rolf Geisel wird das Werk Turmfeld III der erste klimatisierte Produktionsbetrieb der Unternehmensgruppe. Ein ein Mix aus Wärmepumpen, Geothermie, Photovoltaik und Sonnenkollektoren soll die Energiebilanz des Komplexes verbessern.

Produktionsstart 2012

Das Investitionsvolumen für das Neubauvorhaben bezifferte Rolf Geisel allein in 2011 auf 40 Millionen Euro. Mit einem symbolischen ersten Spatenstich markierte Geisel Ende Januar den offiziellen Beginn der Bauarbeiten. Das neue Werk soll Anfang 2012 die Produktion aufnehmen. Nach der Fertigstellung wird Boysen am Standort Turmfeld rund 530 Mitarbeiter beschäftigen.

Mit insgesamt rund 900 Mitarbeitern an drei Standorten in Altensteig sowie bei der BAK Boysen Abgaskomponenten GmbH in Simmersfeld ist die Boysen-Gruppe nach eigenen Angaben der größte industrielle Arbeitgeber in der Region. In Summe will das Unternehmen nach den Worten von Geschäftsführer Rolf Geisel in diesem Jahr 65 Millionen Euro in den Ausbau und die Modernisierung seiner Standorte in der Region investieren.

„Unser künftiges Umsatzwachstum wird zu großen Teilen aus dem Ausland kommen, vor allem aus China und den USA“, sagte Geisel. „Im Jahr 2011 trägt aber auch unsere inländische Produktion voraussichtlich etwa die Hälfte zum erwarteten Umsatzanstieg von 130 Millionen auf 900 Millionen Euro bei.“ Die Arbeiten zum Ausbau der Fertigungskapazitäten im chinesischen Werk Shenyang und im US-Standort Gaffney seien inzwischen so gut wie abgeschlossen. Die Erweiterung und Modernisierung des Montage-vor-Ort-Werkes im niederbayerischen Salching werde noch bis Anfang April dauern. Boysen MVO montiert komplette Abgasanlagen Just-in-Sequence für die BMW-Werke Dingolfing und Regensburg.

Ausland bleibt Wachstumstreiber

Geisel bekräftigte seine Einschätzung, wonach die Auslandsaktivitäten von Boysen in der aktuellen Konstellation dazu beitragen, die Arbeitsplätze im Inland zu erhalten. Bauten die deutschen Premium-Automobilhersteller ihre Fertigungskapazitäten in Wachstumsmärkten wie den USA und China wie geplant weiter aus, ginge diese Entwicklung in den nächsten Jahren allerdings zwangläufig zu Lasten der inländischen Produktionswerke. Deshalb sei es wichtig, zum jetzigen Zeitpunkt in andere Bereiche, wie etwa Abgastechnik für Nutzfahrzeuge und Off-Highway-Anwendungen, zu investieren.

Die Ursprünge der Produktion im Turmfeld gehen auf die frühen 70er Jahre zurück. 1971/72 errichtete der Automobilzulieferer in dem Altensteiger Industriegebiet ein für die damalige Zeit modernes Werk. 1987/88 kam mit Turmfeld II ein zweites Werk hinzu.

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