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Getrag Werksschließung droht

| Redakteur: Bernd Otterbach

Die Finanzmarkt- und Automobilkrise in Nordamerika und Europa zeigt deutliche Auswirkungen auch beim Getriebebauer Getrag in Untergruppenbach. In diesem Jahr sollen die Werke tage- und wochenweise geschlossen werden, teilte das Unternehmen mit. Um darüber hinaus die zukünftige Struktur der deutschen Getrag KG den langfristigen Auftragsvolumina anzupassen, würden Kapazitätskürzungen bis hin zur Schließung eines Werks in Erwägung gezogen.

Die Getrag KG unterhält in Deutschland vier Produktionsstandorte: Neuensten mit 1.010 Mitarbeitern, Ludwigsburg mit 470, Rosenberg mit 450 und Bad Windsheim mit 420. Darüber hinaus sollen auch strukturelle Anpassungsmaßnahmen in allen anderen Unternehmensbereichen der Getrag KG entsprechend vorgenommen werden.

Auf einer Betriebsversammlung am Montag, 10.11., wurden die Mitarbeiter über die Restrukturierungsmaßnahmen informiert. Das Unternehmen plant, unverzüglich Gespräche mit der IG Metall Bezirksleitung Stuttgart zu führen, um auf der Basis des bestehenden Standortsicherungsvertrags schnellstmöglich Lösungsvorschläge zu erarbeiten.

„Alle notwendigen Maßnahmen werden in der gebotenen Schnelligkeit aber auch mit dem Ziel einer sozialverträglichen Lösung mit den Tarifvertragsparteien besprochen,“ erklärte Dieter Schlenkermann, Vorsitzender der Geschäftsführung. „Ziel ist es, zu einer effizienten und klaren Struktur für die deutschen Standorte der Getrag zu kommen, um eine gesicherte langfristige Zukunft zu gewährleisten.“

Chrysler-Projekt beschäftigt amerikanische Gerichte

Zudem teilte das Unternehmen mit, dass der Abbruch eines Großprojektes mit Chrysler vor eienem amerikanischen Gericht entschieden werde. Man wolle sowohl die eigenen als auch die Ersatzansprüche der mit dem Projekt beschäftigten Lieferanten gegenüber Chrysler gerichtlich geltend machen. Getrag plante zusammen mit dem OEM in Tipton (Indiana) ein neues Werk für Doppelkupplungsgetriebe zu bauen. Die für das Projekt gemeinsam verhandelte Finanzierung sei kurz vor der angestrebten Unterzeichnung überraschenderweise von Chrysler abgelehnt und das Projekt von Chrysler aus für Getrag nicht nachvollziehbaren Gründen abgebrochen worden, so das Untenehmen weiter.

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